Startup-Innovation von unten nach oben

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Der Guardian in einer neuen Serie über Technologie in Afrika:

Innovation is often more bottom-up than top-down, though. “What’s interesting now among African startups is that they’re less about something really innovative in a specific app itself, but rather they are thinking about innovative ways to solve real problems in the market,” says Ory Okolloh, a well-known technology commentator.

Der richtige Weg, anstatt nur Produkte für die Josh Constines dieser Welt zu bauen. Artikel & Serie zeichnen ein differenziertes Bild von diesem Ansatz und den Erfolgen & Misserfolgen auf dem afrikanischen Kontinent.

Sovereign Citizen Movement

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Als Anfang des Jahres hier in New Orleans eine Gruppe der Washitaw-Bewegung Häuser besetzte, wirkte das auf mich eher bizarr als relevant. Rasta-Kultur mit dem Geschmack einer Identitäts-Sekte, dachte ich. Nun, da der Polizistenmörder von Baton Rouge als Mitglied der Washitaw Nation identifiziert wurde, habe ich mich tiefer in das Thema Sovereign Citizen Movement eingearbeitet. Ich befürchte, wir haben es mit einem kleinen aber wachsenden Phänomen mit globaler Verbreitung zu tun, an dessen Rändern die Bereitschaft zur Gewalt zunehmen wird.

Social-Media-Realitäten und Konfigurationen

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John Worth schreibt in seinem – ohnehin immer guten – Blog zur Bedeutung von Social Media:

„What, I wonder, if social media is actually better at something else, namely creating an alternative version of reality? And then attracting so many people to that version of reality that it eventually comes to be accepted as some sort of truth?“

Die Idee ist nicht neu, aber sehr klar formuliert und gilt auch jenseits der Filterbubble: Dinge auf Social Media können größer, relevanter wirken, als sie sind. Und werden dadurch relevant. Die gleiche Mechanik wohnt natürlich den Massenmedien auch inne, wie ein Kommentator anmerkt  (aber auch das ist nicht neu und sogar eher von gestern).

Aus irgendeinem Grund musste ich daran beim Lesen dieses Eintrags im – ohnehin lesenswerten – Blog von Hans Ulrich Gumbrecht daran denken. Seine Frage: Wenn wir nicht mehr Ideologien folgen, was dann? Seine Antwort: Konfigurationen

„Im Gegensatz zu den traditionellen Ideologien haben solche Konfigurationen keinen explizit-elaborierten Selbstbeschreibungsdiskurs, keine Theorie (…). Wir nähern uns ihnen über meist wenig dramatische Momente der Epiphanie. Plötzlich und mit irreversibler Gewissheit glauben wir einzusehen, dass Höchstgehälter nicht Teil einer gerechten Welt sein können, oder dass “wir die Erde nur von unseren Kindern geborgt haben” – und fühlen uns in solchen Meinungen gut aufgehoben, weil wir sie – diffus — als einen Teil, ja als Fundament einer Weltordnung im vermeintlichen Singular erleben.

Gerade weil sie begrifflich so vage bleiben und deshalb “natürlich” wirken (…) erfüllen solche Konfigurationen die Sehnsucht nach einem festen Grund der Existenz – und aus demselben Grund scheinen sie auch keine Alternative oder Außenseite zu haben, was impliziert, dass sie sich selbst nicht als spezifisch erfahren können. Wer es versäumt, seine Existenz und sein Verhalten an solche Ordnungen anzupassen, der erweckt den Eindruck, außerhalb der kosmischen und der menschlichen Natur zu stehen.“

In der Symbiose der beiden Erkenntnisse steckt etwas, das uns die Gegenwart besser erklären könnte. Wobei Gumbrecht natürlich keine Theorie, sondern ein Gedankenspiel vorlegt, das man abklopfen müsste (es gibt kein „plötzlich“, außer als Platzhalter, doch Platzhalter für was?).