Welches New Orleans?

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New Orleans

Was ist New Orleans? Das kommt drauf an, wen Du an welchem Tag fragst und ob Du eine Stunde Zeit hast, damit ich Dir es erkläre. Nola ist der vielleicht freundlichste Ort, an dem ich je leben durfte. Nach San Francisco, wo Zwischenmenschlichkeit allzu oft mit geschäftsmäßiger Transaktionalität abgewickelt wurde, habe ich einen Ort großer Herzlichkeit kennenlernen dürfen. Natürlich gibt es die Gewalt, die Morde und Raubüberfälle, das Elend und die Tatsache, dass Du wirklich jeden Tag mehrmals über das Konzept von Ethnie/Rasse und den ganzen Kontext nachdenken musst. Wenn Du nicht gerade einem der vielen Schlaglöcher ausweichst. Aber das ist eben nur ein Teil des großen Ganzen, in dem ein Geist des Miteinander-Auskommens und des Carpe Diem wohnt. Denn niemand weiß, was morgen ist.

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New Orleans Impressions

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New Orleans ist die Stadt, wo Konföderierten-Nostalgiker und Rassisten auf eine schwarze und progressive Mehrheit treffen. Der Ort des wildesten Karnevals nördlich von Rio. Der atemberaubenden Schönheit der Architektur und des Verfalls. Wo Reichtum wohnt und bittere Armut. Wo die Straßen nachts so aussehen können, als hätte sich seit 100 Jahren nichts geändert außer der Autogrößen. Wo Künstler geschätzt und Underachiever nicht anhand ihrer Fehler beurteilt werden, sondern anhand ihres Charakters.

Der Ort, an dem Katrina die Zeit in einigen Gebäuden angehalten hat, die nun verlassen stehen – zu groß, um sie abzureißen, zu verfallen, um sie zu sanieren. Wo Menschen leben, die die Flut überlebt haben. Und Katzen, die sich auf die Speicher und Dächer retteten und sich dort von Mäusen ernährten.

New Orleans ist auch der Ort, in dem die großen Pipelines und Industrieanlagen ihre Schatten werfen, als Teil Louisiana ist es Teil eines Bereicherungskomplexes, der Umwelt und Arme enthemmt ausbeutet.

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Ich habe New Orleans als Ort kennenlernen dürfen, der Dich in seinem besten Momenten einfach „da sein lässt“. In dem die Zeit sich träge entlang der Temperaturen biegt, die Grenzen zwischen Leben und Tod verschmelzen und die Natur sich am Ende immer noch holt, was sie braucht. In der Wolkenbrüche und heftige schwüle Hitze sich innerhalb von Minuten abwechseln können. Ein Ort, in dem die Unvernunft regiert und eine Unberechenbarkeit erschafft, die grandios oder grausam sein kann.

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Ich werde den Himmel über New Orleans nicht vergessen und die Menschen nicht. Und wenn sie mich einmal fragen, welche Stadt in diesem verrückten Land noch eine Seele hat und sich nicht der Clevelandisierung oder Manhattanisierung des Landes beugt, dann werde ich auf der Karte tief in den Süden deuten. Ich drücke dieser Stadt alle Daumen, denn sie ist zerbrechlich, wie ein Kartenhaus in der Sommerbrise. Und doch hat sie mich und mein Herz erobert mit ihrem Charme, ihrer Kraft und ihrer Herzlichkeit. I heart NO LA.

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Mehr über New Orleans, Louisiana, hier im Archiv.

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Werben um Amerikas klügste Köpfe

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Nach dem Wahlsieg Emmanuel Macrons geht sein Video aus dem Februar viral, in dem er amerikanische Klimaforscher einlädt, nach Frankreich zu kommen. Man kann über ihn sagen, was man will, aber er hat etwas begriffen: Dass für wissenschaftsfreundliche Staaten die paläokonservative Trump-Regierung eine Chance bietet, kluge Köpfe aus den USA nach Europa zu locken. Noch ist es zu früh, aber die wissenschaftsfeindliche Unterströmung in den Vereinigten Staaten ist weder neu, noch wird sie verschwinden.

Warum überlegt sich Deutschland kein Programm, um die klügsten Köpfe (und das nicht nur aus den USA) anzulocken und hier in die universitäre Forschung zu holen? Mit den Laborbedingungen werden viele deutsche Unis nicht mithalten können; vielleicht aber mit Planungssicherheit, Familienfreundlichkeit und einer Verpflichtung zur Wissenschaft, die in den USA noch stärker als anderswo vom Vorbehalt privatwirtschaftlicher Finanzierung abhängig zu werden scheint. Das wäre doch mal etwas, wofür man einen Teil der Steuerüberschüsse verwenden könnte.

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