Archive for November, 2009
Reggae, Homophobie und der Fall Sizzla
Warum es sich das Münchner Backstage zu einfach macht, dem Reggae-Musiker Sizzla ein Forum zu bieten.
Manchmal bin ich etwas naiv: Ich dachte, wir wären in Deutschland bereits so weit, dass ich nicht mehr über Selbstverständlichkeiten bloggen muss. Selbstverständlich sollte zum Beispiel sein, dass wir hier Menschen, die ihrem Hass gegen Minderheiten freien Lauf lassen, keine Plattform geben.
Falsch gedacht: Zur Zeit befindet sich der jamaikanische Reggae-Sänger Sizzla auf Deutschland-Tour. Der Mann hat in der Vergangheit ein Weltbild propagiert, in dem Homosexuelle keinen Platz haben. Und das ist noch harmlos ausgedrückt. Kostproben gefällig?
“mi kill sodomite and batty man dem bring aids and disease on people“
(“Ich bringe Sodomiten und Schwule um, sie bringen der Menschheit Aids und Krankheiten“)
In meiner Ex-Stadt Berlin haben die Veranstalter nach einem Hinweis auf den Geistesdurchfall Sizzlas das Konzert abgesagt, in meiner aktuellen Wahlheimat München durfte Sizzla am Freitag auf die Bühne des Clubs Backstage. Backstage-Geschäftsführer Hans-Georg Stocker scheint die Kontroverse nicht zu erkennen: Das mit der Homophobie sei “nicht so eindeutig“, zwar seien die Songs “sehr aggressiv und brutal“, aber Sizzla sei ja ein “international anerkannter Künstler“, der sich inzwischen geändert habe. Ihn als Hetzer darzustellen, sei “komplett absurd“, so Stocker zur ddp.
Das scheint so nicht ganz richtig zu sein: Sizzla hat zwar mit anderen jamaikanischen Reggae-Musikern im Frühsommer 2007 eine Selbstverpflichtung unterzeichnet, “die Rechte aller Menschen zu bewahren, ohne Angst vor Hass und Gewalt wegen ihrer Religion, sexuellen Orientierung, Rasse, ethnischen Herkunft oder ihres Geschlechts zu leben“. In Europa hat das die Konsequenz, dass er von einigen Veranstaltern keine Gage erhält, wenn er die Verpflichtungen des “Reggae Compasionate Act“ (RCA) nicht einhält. In der ersten Zeit nach Unterzeichnung hat das anscheinend dazu geführt, dass Sizzla in Europa umstrittene Passagen aus Songs wie “Nah Apologize (to no battybwoy)” (Text hier) nicht selbst sang, sondern einfach das Mikro ins Publikum hielt. Der LSVD dokumentiert folgende Aussage auf einer Pressekonferenz im Rahmen des Kölner Summerjam im Sommer 2007 (pdf hier): “Gründest du eine Familie, erweist du deiner Mutter Respekt. Gehst du zu anderen Männern, ziehst du ihr Ansehen in den Schmutz. (…) Ein Mann muss sich entscheiden, ob er ein Stück Dreck sein will oder ein stolzer Mann – so einfach ist das.“
Über ähnliche Äußerungen zu einem späteren Zeitpunkt, ob in Interviews oder neuen Songs, habe ich nichts gefunden, auch gibt es im Netz kein Statement Sizzlas, in dem er Stellung zum RCA nimmt (wer etwas findet, bitte in den Kommentaren verlinken).
Man darf davon ausgehen, dass es bei der Unterschrift solcher Selbsterklärungen vor allem darum geht, die Einnahmen von internationalen Tourneen zu sichern. Wer die Unterschrift unter dem RCA als Beweis für eine Läuterung nimmt, macht es sich zu einfach. Das mache ich auch Stocker zum Vorwurf: Wer einen solchen Künstler einlädt, sollte von ihm im Vorfeld eine eindeutige Erklärung fordern und diese veröffentlichen. Idealerweise nicht als Zitat, sondern als Video, damit jemand wie Sizzla vor einem weltweiten Publikum und auch daheim Farbe bekennen muss. So viel politisches Bewusstsein muss drin sein, und die technische Realisierung eines Testimonials ist in Zeiten des Internets kein Problem. Alles andere sind Ausreden, “don’t ask don’t tell” funktioniert nicht mehr. Deshalb werde ich das Backstage erst einmal nicht mehr besuchen und mich auf den Besuch Münchner Clubs beschränken, die etwas mehr politische Haltung zeigen.
Allerdings trägt es auch nichts zur Debatte bei, wenn der Grünen-Politiker Volker Beck im Interview zum Thema Falschinformationen verbreitet. Zitat Beck:
“Aber das ist eben bei Sizzla nicht der Fall. Sein Lied ‘No Apology’ spielt ja gerade auf das Thema Reggae Compassionate Act an, und da wird mehrmals aufgefordert, Schwule eben zu erschießen, umzubringen, in diesem Lied und sich eben nicht dafür zu entschuldigen, dass man vorher zu Gewalt aufgerufen hat und dass man sich bei Schwulen eben generell auch nicht entschuldigt.“
Wenn Herr Beck sich zwei Minuten Zeit für eine Google-Suche genommen hätte, hätte er herausgefunden, dass “Nah Apologize“ (ich denke, den Track meint Herr Beck) bereits 2005 erschienen ist und im Netz diskutiert wurde, also zwei Jahre vor dem RCA.
Ich habe der Backstage-Geschäftsführung einen Link auf diesen Blogeintrag zukommen lassen und sie dazu eingeladen, sich in den Kommentaren zu äußern.
(Danke an f.t. für den Hinweis auf das Thema)
Aufmerksamkeit oder das Zen des Codes
Gedanken zu Frank Schirrmachers Payback.
Es war gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als die ersten Kinofilme vorgeführt wurden. Sie dauerten nicht länger als zwei Minuten, ein beliebtes Motiv war dabei die Einfahrt eines Eisenbahnzuges. Dem Mythos zufolge waren einige Zuschauer der ersten Vorführungen von der auf sie zu rasenden Lok so geschockt, dass sie panisch den Vorführsaal verließen.
Ich bin mir nicht sicher, was FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher getan hätte, wäre er damals anwesend gewesen: Wäre er erschrocken aus dem Saal gestürmt? Hätte er nach der Vorführung davor gewarnt, dass unsere Realität sich ändern würde und wir künftig alle das Leben mit den Augen eines Kinobesuchers sehen würden, mit tragischen Folgen für das Allgemeinwesen? Oder hätte er einfach sein subjektives Erlebnis aufgeschrieben und daraus folgend ein paar kluge Fragen gestellt?
Schirrmachers neues Buch “Payback“ beschäftigt sich mit dem digitalen Zeitalter, und der Autor hat darin irgendwie alle drei oben beschriebenen Wege beschritten. Ihm ist die Erschrockenheit ob der technischen Veränderung ebenso anzumerken wie der Wunsch des Intellektuellen, seiner veränderten Lebensumwelt einen Sinn zu geben. Und er möchte eine Debatte anstoßen, nicht zuletzt im Netz, was sich im sanften Umgang mit den Digital Natives im Buch zeigt (was wiederum seine damalige Lobeshymne auf die Piratenpartei in einem anderen Licht erscheinen lässt). Dass das nicht funktioniert, wenn er gleichzeitig in Interviews dem Mainstream-Publikum die üblichen Populismusthesen (“Das Internet vermanscht unser Gehirn“) zum Fraß vorwirft, hätte er sich allerdings denken können.
Hal 9000 ist zurück
Nun denn, ich habe das Buch dieses Wochenende gelesen und finde es fast schon ironisch, wie stark sich Payback an die Aufmerksamkeitsformen des Netzes angepasst hat: Kurze Kapitel, viele Fußnoten (statt Links), dazu eine Argumentationsform, die fast assoziativ wirkt – was leider der These, die er vertritt, nicht zugute kommt.
So beschreibt Schirrmacher eine Angst vor einem Supercomputer, der unser Denken übermannt und uns so zu einem Teil von sich macht; damit bedient er, auch wenn er das explizit abstreitet, das Klischee des Computers, das bereits vor Jahrzehnten von HAL 9000 verkörpert wurde. Dabei schwingt überall die Angst vor dem vorherbestimmten Menschen mit, die bereits in der Neurodebatte in den Neunzigern markiert wurde, die meiner Meinung nach zu dem besten gehört, was je in deutschsprachigen Feuilletons zu lesen war.
Doch die Neuro-Analogie ist dieses Mal zu hoch gegriffen: Der Code, vom einfachsten Basic-Befehl bis zum kompliziertesten Algorithmus, ist von Menschen gemacht. Als überforderter Nutzer kann Schirrmacher nicht das Zen des Codes erkennen: Der Code bietet keine Lehre, kein Geheimnis, keine Antworten. Er wird erst durch die Menschenhand erweckt, oder, um mit Ben zu sprechen: Technik ist “keine erzwungene Prothese, sondern ein Werkzeug. Welcher Zimmermann klagt über Hammer und Säge?“
Indem der Autor den Computer als Verantwortlichen für die technische Entwicklung ausdeutet, begibt er sich selbst in die Position der Unmündigkeit, die er uns allen als Computerusern vorwirft, die von der Maschine nicht loskommen. Dabei sind alle großen Innovationen, die das Netz hervorgebracht hat, keineswegs von Computern gesteuerte evolutionäre Rechenentwicklungen: Es waren die Ideen, die damit versteckte, aber doch in der Luft liegende Bedürfnisse der Menschen im Internet befriedigt haben, von der Suche nach Informationen (vom WWWWanderer bis Google) über die Vernetzung (soziale Netzwerke) bis hin zur Vernetzung von Informationen zur besseren Gliederung (Semantic Web). Der Mensch macht das Netz, seine Entwicklung wird kollektiver bestimmt als die jedes Mediums zuvor.
Marxisten und Multitasker
So bleibt im ersten Teil ein überzeichnetes Bild der digitalen Gesellschaft, wenn Schirrmacher den freien Zugang zu Informationen ohne nähere Begründung als Marxismus klassifiziert oder Multitasking als Ausprägung des Taylorismus beschreibt, als hätte es Taylors Prinzip der Mehrarbeit nicht kontinuierlich seit der Industrialisierung gegeben, sondern wäre erst durch den Computer auf die Menschheit hereingebrochen. Gerade in Sachen Multitasking, dem Aufhänger seiner These, schafft es Schirrmacher nicht über die Erkenntnisse Mirjam Meckels (“Das Lob der Unerreichbarkeit“) hinaus, obwohl sich seitdem einiges getan hat.
Dennoch finden sich einige Gedankengänge in dem Buch, die durchaus beachtenswert sind: So kann ich seine Tirade im zweiten Teil gegen die derzeitige Bildung, in der Computer wie Fernseher eingesetzt werden, größtenteils zustimmen. Auch wenn ich nicht daran glaube, dass wir unser Leben einmal einzig über die Auswertung von Datenmengen steuern, ist der vorgeschlagene Perspektivwechsel im Sinne eines Erkennens der Strukturen des Internets und der Darstellung, Auswertung und Verlässlichkeit der Informationen dort notwendig. Die Frage nach den Folgen von Informationskaskaden im Echtzeit-Web auf unsere Wahrnehmung und die Definition von relevanter Information harrt ebenfalls ihrer Beantwortung – ob dies allerdings objektiv erfolgen kann, bleibt fraglich.
Vielleicht ist dies das größte Manko Schirrmachers: Payback versucht, subjektive Eindrücke um jeden Preis als objektive Wahrheiten zu klassifizieren – und landet dadurch in einem extremen Determinismus, der bisweilen ärgerlich ist. Als Beispiel sei die Idee genannt, Statistik (Vorschlagsmechanismen bei Amazon und Co) als Anzeichen für das Verschwinden der Willensfreiheit zu interpretieren, als gäbe es keine Nuancen im Konsumverhalten der Menschen, keine biographischen Einzigartigkeiten und Veränderungen. Zudem hat das Internet mit Netzwerken des Vertrauens bereits ein wirksames Alternativmodell für maschinenbasierte Vorschlagslisten zu bieten (über dessen anstehende Kommerzialisierung auch zu reden sein wird).
Die Signifikanz von “Payback“ könnte deshalb weniger in seiner Theorie, sondern darin liegen, dass Schirrmacher ein in der Luft liegendes Thema populär aufbereitet hat – und somit den Diskurs für ein Publikum jenseits der Digital Natives geöffnet hat. Das ist zu begrüßen, denn fehlt in der Debatte doch häufig zwischen rücksichtslosem Techoptimismus und rabenschwarzem Kulturpessimismus ein Mittelweg, der Argumente schlich überprüft und sachlich bewertet. Aber das ist nur mein subjektiver Eindruck.
Was ist Armut?
Ein paar unsortierte Gedanken zum Thema, inspiriert von der BBC-Reihe “A Dollar a Day“.
In Deutschland gilt als relativ arm, wer monatlich weniger als 60 Prozent des Durchschnittsnettoeinkommens zur Verfügung hat. Das waren im Jahre 2008 genau 781 Euro pro Monat.
International gilt als absolut arm, wer von weniger als einem Dollar am Tag leben muss. In Deutschland sind nach Regierungsangaben 13 Prozent der Menschen von Armut bedroht, weltweit leben etwa eine Milliarde Menschen von weniger als einem Dollar am Tag.
Dieser Zahlensalat zeigt, dass in der Armutsdebatte etwas gewaltig schiefläuft. So wenig 780 Euro pro Monat in Deutschland dazu führen, dass Menschen auf der Straße leben müssen (was viele Menschen dennoch tun), so wenig ermöglichen es zwei Dollar am Tag einem Asiaten oder Afrikaner zwangsläufig, von der Straße wegzukommen und seine Familie zu ernähren.
Armut eine Angelegenheit, die weit über die materiellen Aspekte hinausgeht: In westlichen Ländern kann die Angst, in Armut zu leben, eventuell einen psychischen Effekt haben, der dem bei der tatsächlichen Armut gleichkommt. In Entwicklungsländern ist es manchmal möglich, der Armut zu entkommen, doch wegen des fehlenden sozialen Netzes kann der Weg auch sehr schnell dahin zurückführen.
Vielleicht sollte der Armutsbegriff anders definiert werden, damit wir das Problem richtig angehen können: Ein Armutsindex könnte Punkte wie den Ausschluss von der Teilhabe an dem gesellschaftlichen Leben, mangelnde Perspektiven, fehlenden Zugang zu Bildung aufnehmen, denn sie sind nicht nur Symptome, sie sind Armut selbst. Nur Bildung kann Menschen im Idealfall von dem oben beschrieben Auf und Ab befreien: Von dieser Warte aus gesehen ist der relative Wohlstandsanstieg Chinas nicht so nachhaltig, wie er aussehen mag (Stichwort Wanderarbeiter in Krisenzeiten). Und: Wenn wir sehen, wie die Exklusion des deutschen Bildungswesen Perspektivlosigkeit sozial zementiert, erwartet uns ein Armutsproblem, das gigantischer ist, als wir es uns vorstellen können. Oder ist, wenn wir uns umgucken, das Problem vielleicht schon akut?
Saudi sorrows
For years, the rulers of Saudi Arabia did not have to worry about life too much: As an oil-rich, ultra-conservative country, its leaders had the convenience to be able to suppress its people and still be an American ally.
But days of peacefulness in the “Wahabbi oildom” are over, as the country’s influence slowly fades: Along the border with Yemen, fights have erupted over the last couple of weeks. The Houthi a rebel force has recently made a lot of trouble, reportedly even occupying a Saudi border town. 250,000 people in Yemen have fled the violence, as Yemen’s leadership seems to lose its grip on the different factions in the country.
Behind this lies a deeper conflict: Saudi Arabia fears the influence of Shiite Iran, as the Houthi are Shiites themselves, feeling suppressed by the Yemeni government. The rebels claim not to be allied with any foreign force, but Saudi Arabia’s fear is Iran is secretly backing them. It may be the other way around, as some suggest: The Houthi trying to drag Iran into the fight to get Tehran’s support.
As strange as it sounds, Saudi Arabia acts as a force of peace in the region: It fears Al-Qaida infiltration through Yemen, at the same time, the royal family knows know that a destabilized region with strong non-state forces like Hamas and Hezbollah, who are both being backed by Iran, will in the long time lead to more strife and a possible violent conflict between Sunni and Shiite muslims that could set the region on fire.
As observers point out, Saudi Arabia therefore tries to caress Syria, which is mostly Sunni. Damascus could act as a mediator between Saudi Arabia and Iran to negotiate about its nuclear programme, but also about the Palestinian question.
But this could come at a price which is much higher than the money that will be spent to aid Syria: It may mean Saudi Arabia has to leave Lebanon to fall under the influence of Damascus again.
20 Jahre Mauerfall: Was wir verpasst haben
Ich habe unsere Verwandten in der DDR als Kind immer beneidet: Wenn wir sie besuchten, hatten wir auch eine Kiste mit Lebensmitteln dabei, darunter auch eine Menge Süßigkeiten, die natürlich auch mir geschmeckt hätten. Vielleicht hoffte ich deshalb, als im am 10. November 1989 am Frühstückstisch vom Mauerfall erfuhr, dass all die Kinderriegel und Bonbons nun mir zustünden.
Als wenig später die ersten Übersiedler in meine Klasse kamen, wurden weltbewegenden Veränderungen in Deutschland konkreter für mich. Leider stellte sich heraus, dass die DDR Fußballspieler wie Thomas Doll und Ulf Kirsten hervorgebracht hatte, die Neuzugänge meiner Mannschaft allerdings absolut keinen Schimmer hatten, wie sie ihre Füße einsetzen sollten.
20 Jahre ist das her, ich habe seitdem viele Vorurteile auf beiden Seiten erlebt, und erlebe sie heute noch. Doch es werden weniger, weil sich langsam eine gemeinsame Geschichte entwickelt, ein gemeinsames Geschichtserleben stattfindet. Leider fehlt vielen Regionen des Ostens die wirtschaftliche Kraft, um in der deutschen Wahrnehmungsgeographie mehr als eine Außenseiterposition einzunehmen.
Wahrscheinlich wird der Zeitraum vom 9.11. bis 11.9. (2001) einmal als der gefühlt friedlichste der nördlichen Hemisphäre in die Geschichte eingehen, trotz der Kriege in Jugoslawien. Aber mich wird er auch immer daran erinnern, welche Chancen wir vergeben haben. Wie Oppositionelle, Intellektuelle und DDR-Bürgerrechtler ignoriert wurden bei ihrem Versuch, die Wiedervereinigung zu nutzen, um ein System zu schaffen, das den freien Markt mit den guten Eigenschaften des Sozialismus zu verbinden.
So oft “Nicht alles war schlecht in der DDR“ von Apologeten eines Unrechtsstaats verwendet wird, so engstirnig sind und waren die Denkverbote hinsichtlich der Analyse positiver Eigenschaften dieser Gesellschaft. Stattdessen wurde die DDR nach dem Mauerfall aufgekauft und abgewickelt, das westliche Wertesystem dem Osten mit einem Ruck übergestülpt. Vielleicht ging es nicht anders, in der Hektik des Augenblicks. Doch viele der heutigen Disruptionen rühren daher, so auch die Verklärung der DDR oder die Entfremdung von dem, für was das vereinte Deutschland steht.
Aus den Blogs zum Thema:
Cem Basman: “Wo warst du am 9. November 1989?”
tagSEOBlog: 20 Jahre Mauerfall – die Medien und die Mauer
Pottblog: Wo war ich am 9. November 1989?
e13: Wo warst Du am 9. November 1989?
Is Mr. Thaksin losing his superpowers?
For some, he is the hero of Thailand’s underpriviledged; for others, he is simply a businessman trying to grab power at any price: Even in exile, former prime minister Thaksin Shinawatra continues to be one of South East Asia’s most controversial figures.
In 2006, he was ousted by a military coup and fled the country. He returned for a corruption-trial, but escaped before he was convicted in absence. He now resides in Dubai, but continues to be an influencial player, pulling the strings behind the scenes by probably showering the opposition movement with money.
But his star seems to sink: Not being able to return to his home country, he has to look on as the red-shirt opposition is divided about how to treat him. Some say, he might be the only one powerful enough to keep the pro-monarchy-establishement (and the military generals who support it) at bay; others see the movement’s only chance in getting rid of Mr. Thaksin as its leading figure.
But it does not look like there is somebody influential, rich and charismatic enough to run the Red’s show. In the military, his supporters have recently been sidelined by the royalists who seem to be back in complete control (if they ever lost it, as far as the military is concerned). There has been chatter about Mr. Thaksin negotiating behind the scenes with the royalists to be allowed back into the country; this would only happen under the precondition of him staying out of politics (or, vice versa, him keeping his assets would only be allowed under the precondition of him staying out of the country).
Critics note that Mr. Thaksin would not mean hope for democracy, but only a different kind of evil than the current government, anyway. During his time in office, he was an outspoken enemy of free press, his government was known as much for cronyism as its predecessors and successors were. Mr. Thaksin recently declined to settle in Cambodia, which is currently in a diplomatic hassle with Thailand over its border region.
He and all Thais will look at how the health condition of King Bhumibol Adulyadej develops, who has been in hospital since mid of September. There had been talk of the health condition of the 81-year-old deteriorating, the first photos after his hospitalization show him beleaguered. His death would certainly reshuffle everything in a country where Bhumibol is seen as the highest moral authority, a semi-god highly respected among everyone. His possible successor, crown-prince Maha Vajiralongkorn (who spends a lot of time to live in Germany, by the way) does not look to be up to the job, but the military might back him if they are granted enough power in the future.
Meanwhile, Mr. Thaksin will await his trial abroad and anxiously trying to figure out how much influence he still has among his movement and the political leadership of his party. The royalist movement still fears his popularity, and you can never count Mr. Thaksin out. But the longer he is sidelined, the more it becomes likely Thailand’s political game continues without him.
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