Persönliche redaktionelle Verantwortung

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(Foto: Chris Devers, Flickr, CC BY-NC-ND 2.0)

Bei On The Media gab es jüngst ein hörenswertes Gespräch mit Andy Carvin (NPR) und Neal Mann(Sky) über ethische Fragen rund um das Twittern von Gewaltvideos aus Syrien. Dabei fiel auch ein Begriff, den ich sehr spannend finde: Personal Editorial Responsibility, persönliche redaktionelle Verantwortung.

Ich glaube, dass wir diesen Begriff noch viel öfter hören werden, da immer mehr Journalisten hinter der Marke, für die sie arbeiten, hervorkommen und über sie hinauswachsen. Persönliche redaktionelle Verantwortung betrifft nicht nur die Weitergabe von Links, die das eigene Haus normalerweise nicht posten würde. Es geht auch um das Vertreten von Standpunkten, die denen des Arbeitgeber entgegenlaufen oder die kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Produkt. Die Grenzen der Möglichkeit, persönliche redaktionellen Verantwortung zu übernehmen, stehen im Arbeitsvertrag oder sind in der Selbstdefinition der Marke zu finden; und doch glaube ich, dass sich die Rechenschaftspflicht schon längst weg von der eigenen Marke hin zu den Lesern verschoben hat. Ich bin gespannt, welche Konflikte wir erleben und welche Konsequenzen diese haben werden.

3 Comments

  • February 27, 2012 - 19:14 | Permalink

    Das wird alles nicht einfach für euch Journalisten …

  • February 27, 2012 - 23:39 | Permalink

    In der Tat eine höchste spannende Konsequenz, die ich so bis jetzt nur aus anderen Branchen kannte. Durch die neuen Kanäle, kann “der Journalist” heutzutage ja publizistisch tätig werden außerhalb des Rahmens seine beruflichen Anstellung. Im Zweifel sogar ein Marktbegleiter seiner Arbeitgebers. Da sollte man vielleicht mal schauen, wie das in Berufe gehandhabt wird, die das schon seit einer Weile haben … wie … äh …

  • Pingback: kanedo.net - Links vom 02.03.2012 bis 02.03.2012

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