Braucht uns der Computer noch?

(Foto: Moleitau, Flickr, CC BY-NC-SA 2.0)

Computer übernehmen einmal viele unserer Jobs und machen uns damit auf dem Arbeitsmarkt überflüssig. Zum ersten Mal begegnete mir diese Idee meiner Erinnerung nach in “Adolf: Äch bin schon wieder da!”, dem Hitler-Comic von Walter Moers.  Im Jahr 2040, so die Utopie, würden die Menschen nicht mehr arbeiten müssen und ihre Zeit sinnvoll verbringen. Alles andere übernähmen Roboter und Computer. Hitler war sehr erstaunt, als er mit seinem Zeitmaschinenhelm dort eintraf.

In den vergangenen Jahren hat das Thema naturgemäß an Bedeutung gewonnen, im Buch “Race Against The Machine” wurden 2011 erstmals so richtig die Konsequenzen durchdacht (die Ergebnisse sind eher ambivalent). Jüngst haben dazu auch Constanze Kurz und Frank Rieger mit “Arbeitsfrei” ein Buch dazu veröffentlicht.

Auch der amerikanische Ökonom Tyler Cowen greift das Thema nun offenbar in “Average Is Over: Powering America beyond the Age of the Great Stagnation” auf und dekliniert die gesellschaftlichen Folgen durch. Amerika, so seine Theorie, werde zum Zwei-Klassen-Land, in denen nur etwa 15 Prozent der Bürger künftig so etwas wie Wohlstand finden können – weil sie, so die Kurzform, nicht durch Computer und Automatisierungsprozesse ersetzbar sind beziehungsweise für deren Koordination und Steuerung gebraucht werden.

Es ist ein ziemlich düsteres Bild, in dem zum Beispiel San Francisco und Manhattan mehr oder minder zur Reichen-Enklave werden, und Cowen will damit natürlich auch die Reaktion auf die Finanzkrise von 2008 kritisieren. Im Interview mit Business Insider zieht er einen drastischen Schluss:

You could put it this way; the great stagnation will end for some people, but not for everyone.  And just ask yourself the question: are you more productive working with the computer or is maybe the computer better off without you?

Dieser letzte Satz hat für mich eine fundamentale Wucht, eine erschlagende Logik. Wahrscheinlich sollte ihn jeder, der in der postindustriellen Gesellschaft noch eine berufliche Zukunft vor sich hat, ernst nehmen.

2 Comments

  • November 21, 2013 - 02:52 | Permalink

    ich denke mal, das problem besteht nicht nur darin, daß computer die arbeit von menschen machen können. man muss das, was sich mit den 3d-drucker abzeichnet, hinzuaddieren.

    damit muss dich gesellschaft “fertig” werden – und macht nicht einmal ansatzweise auch nur erste schritte. wohin mit den leuten, die bis jetzt gabelstapler fuhren, häuser bauten (im moment wird eines “gedruckt”), mit lkws von a nach b fuhren und und und …

  • November 21, 2013 - 02:52 | Permalink

    nicht “dich” … “die”

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