2012/2013
Ich bin etwas später dran als in den vergangenen Jahren, deshalb gibt es keine Jahresliste, sondern nur ein paar Gedanken.
Was wird von 2012 bleiben? Was wird 2013 kommen? Nun, um die erste Frage zu beantworten: Zumindest war es nicht so ereignisreich wie 2011, was der Menschheit im Hinblick auf Katastrophen wie Fukushima ja ganz gut tut.
Politisch fand die größte Zäsur in China statt - nicht unbedingt wegen des Machtwechsels, dessen Konsequenzen sich erst in den nächsten Jahren zeigen werden. Vielmehr sind es die Skandale und Aufreger der chinesischen Elite, die mit nie gekannter Wucht die Öffentlichkeit erschütterten. Naked Lunch, quasi. Ansonsten werden sich die Auswirkungen von Obamas Wiederwahl, der aufziehenden Konflikte im Pazifik, den Kriegshandlungen in Mali und der anhaltenden Tragödie im Osten des Kongo erst in den nächsten Monaten und Jahren zeigen. Gleiches gilt für die Entwicklung der “islamisch geprägten Demokratie” in Ägypten und anderswo. Und die Euro-Krise? Die EZB rettet (vorerst) den Euro rettet die Banken und die Politik kickt die Blechdose die Straße hinunter. Von einer Vision für die künftige EU ist wenig zu sehen, ebenso zaghaft sind die Korrekturen am Finanzsystem, sogar Rückschritte gibt es beim Kampf gegen den Klimawandel, trotz beunruhigender neuer Messergebnissen. Und 2013 dürfte sich in allen drei Bereichen wenig ändern.
Medien im Jahr 2012: a) die Krise kommt nach Deutschland b) Online hat sich als Publikationsplattform der Zukunft etabliert. Dass die Erkenntnis b) sich in den meisten Verlagen hierzulande so spät durchsetzte, wird im historischen Rückblick einmal für großes Stirnrunzeln sorgen. Was 2013 kommt? Mehr Paywall-Versuche und -Diskussionen in der Branche und dabei viel Trial und viel Error. Ich persönlich bin kein Fan von schlichter Content-Monetarisierung durch Verknappung, ich glaube, Medien müssen sich im Dialog neu erfinden und etwas anderes bieten. Das LSR wird wahrscheinlich auch kommen, niemandem, wirklich niemandem etwas bringen und die meisten Menschen da draußen auch nicht interessieren.
Wohin entwickelt sich das Netz? Bei 2012 bleiben natürlich die Anti-Acta-Demonstrationen im Kopf, der Facebook-Börsengang und zahlreiche Geschäftsmodell-Debatten. Auch wenn ich es nicht so pessimistisch wie Ben sehe: Insgesamt war es kein gutes Jahr, zum einen nehmen die staatlichen Begehrlichkeiten weltweit weiter zu, zum anderen entwickeln sich in vielen Feldern (von Social Networks bis zum Verkauf digitaler Inhalte) Monokulturen heraus. Eine kleine Ironie ist, dass damit auch Offline-Monokulturen plötzlich bedroht sind (Media Markt).
Bei Blogs in Deutschland hat sich nicht besonders viel getan, es bleibt ein Nischenmodell, obwohl gerade viele Wirtschafts- und Finanzblogger wieder großartige Arbeit geleistet haben. Eine ziemlich gute Entwicklung nimmt der Postillon, den ich als Verlag sofort kaufen würde, natürlich samt des Autors.
Mit meinen Prognosen lag ich übrigens ganz gut, wobei Obamas Wieder- und Sarkozys Abwahl nicht besonders schwierig zu erraten waren. Röslers Ablösung durch Brüderle kann ja auch noch kommen
Euch allen ein gesundes 2013 (und nächstes Jahr gibts wieder eine Liste, hoffe ich)!
Experimental Jet Set, Ausgabe 22

Playlist der letzten Sendung (Mi. 21, Do. 23, So. 17 Uhr bei howmuchrebellion.de)
Dinge, die vom Himmel fallen (der Medienwandel gehört nicht dazu)
In den vergangenen Tagen wurde viel über den Medienwandel geschrieben. So viel, dass mir das Meta-Menü schwer im Magen liegt. Einige gute, ehrliche und vorausblickende Texte waren dabei. Und gleichzeitig sehr viele Stücke, die einfach nur Erklärungen oder Rechtfertigungen für Gegenwart und Zukunft des Journalismus der Vergangenheit bieten sollen. Aber Erklärungen und Rechtfertigungen ersetzen keine Ideen und schon gar kein Geschäftsmodell.
Der Medienwandel ist nicht vom Himmel gefallen. Aber er wurde erst spät akzeptiert. Meiner Erfahrung nach setzte sich in einigen Teilen der Verlagsbranche erst um das Jahr 2008 die Erkenntnis durch, dass das Internet nicht mehr verschwinden wird. 2009/2010 waren die Jahre, in denen viele Verleger das Netz akzeptierten, aber immer noch irgendwie hofften, die bestehenden Geschäftsmodelle zu retten oder 1:1 in die Online-Welt zu übersetzen. 2011 und 2012 setzte dann langsam die Furcht ein. Und 2013?
Wenn wir die Zukunft prognostizieren, blicken wir dafür häufig in den Rückspiegel, weil vor der Frontscheibe Nebel zu wabern scheint. Das hilft uns womöglich dabei, zu erkennen, wie wir dorthin gekommen sind, wo wir stehen. Es hilft uns aber nicht dabei, bei schwierigen Sichtverhältnissen zu navigieren und weiterzukommen. Im Gegenteil: Veraltete Erkenntnisse und Denkschemata behindern uns sogar.
Dieser Blick durch den Rückspielgel ist es auch, der mich an der aktuellen Debatte stört. Ob Giovanni di Lorenzo oder Frank Schirrmacher – es wird munter die Übersetzung der alten Geschäftsmodelle ins Web gepredigt (di Lorenzo und das alte Lied von der “Kostenlos-Kultur”) oder gleich der gesellschaftliche Niedergang beschworen, weil die alten Geschäftsmodelle nicht mehr funktionieren (Schirrmacher).
Die Paywall ist dabei inzwischen das, was vor nicht einmal 24 Monaten Apps waren: Eine vorgeblich einfache Gesamtlösung, die mit der klassischen, über Jahrzehnte erlernten Verlegerlogik (Gratis-Mentalität bekämpfen! Menschen zahlen für unsere Inhalte!) übereinstimmt. Verknappung von Angebot und Skalierung von Online-Werbeerlösen gehen doch zusammen, so die Hoffnung. Die New York Times beweist das ja! Dass die New York Times ein verdammt gutes, webaffines Produkt macht, Digital First ernst nimmt und nicht zuletzt: einen Sprachvorteil hat – das wird dabei ausgeblendet. Genau wie die Tatsache, dass die alte Logik eben nicht mehr funktioniert, wenn der Wert einer Information an sich durch das Ende der Print-Oligopole sich in Richtung Null entwickelt.
Was also tun? Die Antwort, vor der sich die Branche lange gedrückt hat (und von der in vielen aktuellen Texten erstaunlich selten die Rede ist), lautet: Mein Produkt muss sich verändern. 1:1-Übersetzungen funktionieren nicht mehr. By the way: Es ist ein Treppenwitz der Mediengeschichte, dass jetzt die Online-Auftritte mit Hilfe von Verknappung die Erlöse einfahren sollen, die durch die Schrumpfung von Anzeigen- und Rubrikenmärkten ohne adäquaten Ersatz weggefallen sind.
Nochmal: Was also tun? In der gebotenen Kürze ein paar Gedanken.
[] Mehr als Inhalte verkaufen Damit meine ich nicht das Gerede von der Marke, die für Gefühl xyz steht. Vielmehr geht es darum, die Anknüpfungspunkte der Nutzer an den Prozess, der Journalismus ist, zu finden. Dirk von Gehlen verwendet dafür die Club-/Bar-Metapher und experimentiert selber mit dem Andocken an seinen Arbeitsprozess. Stefan Plöchinger nennt es Leserclub*. Wie auch immer man es beschreibt: es ist sicherlich mehr als eine Paywall und das reine Bezahlen für Inhalte.
[] Den Kickstarter-Geist entdecken Warum geben wildfremde Menschen für Projekte bei Kickstarter? Mir geht es nicht unbedingt um den Crowdfunding-Gedanken, sondern die Motivation dahinter. Was macht ein Produkt, einen Prozess, eine Marke so attraktiv, dass Menschen sie in welcher Form auch immer unterstützen. Und wenn meine Marke diese Ausstrahlung nicht hat: Was muss ich unternehmen, um dies zu ändern?
[] Von der P2P-Idee profitieren Wir erleben gerade den Aufstieg der Sharing-Economy, doch es fehlen an vielen Stellen die Marktplätze, gerade im Lokalen. Welche Verlage haben Konzepte, um ihre Leser/Nutzer zusammenzubringen?
[] Mobile erobern Ich habe es an anderer Stelle schon einmal geschrieben: Mobile ist keine Frage des responsiven Designs, sondern aus Nutzersicht eher eine Format- und Strukturierungsfrage. Wer sie beantwortet, kann so nicht nur Reichweite erzielen, sondern eventuell auch den Service der schlaueren Informationshäppchen monetarisieren.
Die vier Ideen sind nur ein Ausschnitt dessen, was möglich ist. Meiner Ansicht nach bauen sie auf zwei Grundsätze auf: Sie unterscheiden sich (hoffentlich) von der klassischen Rückspiegel-Denke und sie stellen das, was der Nutzer möchte, in den Mittelpunkt (hoffentlich). Anstatt ständig neue Bastelstunden für di eigene Raison d’être zu veranstalten, sollten wir 2013 mehr über neue Ansätze jenseits des Alten reden. Zur Not auch ohne die Verlage.
*Disclaimer: Stefan, Dirk und ich arbeiten für die Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH.
Experimental Jet Set, Ausgabe 21

Playlist der letzten Sendung (Mi. 21, Do. 23, So. 17 Uhr bei howmuchrebellion.de)
Vier Jahre
Ein bisschen Pathos zum Wahlabend
5. November 2008 (Archiv-Screenshot von Ben)
Wer sie miterlebt, weiß: US-Wahlnächte bleiben im Gedächtnis, wenn auch oft verschwommen. Ich erinnere mich an die Verwirrung 2000, das ewige Warten. An unsere zwischenzeitliche Hoffnung 2004, dass es Kerry wirklich schafft. An die Wahlnacht 2008, als ich noch in Hamburg bei Zeit Online arbeitete und dort genau vier Menschen in der Redaktion waren: Zwei zum Kloppen der Nachrichten, ich als Community-Redakteur zur Moderation der äußerst spärlichen Kommentare und Ben, weil er einfach ‘ne nette Wahlnacht haben wollte. Wir hatten sogar beide noch Zeit, vor dem Morgengrauen zu bloggen.
Vier Jahre ist das jetzt her. Von oben betrachtet ein Wimpernschlag. Und doch ist viel passiert, hat sich viel entwickelt. Persönlich, und auch im Journalismus. Ich nehme an, dass ZON heute Nacht mit mehr als nur zwei, drei Journalisten auflaufen wird. Und auch ich mische wieder mit, ab 5 Uhr, an anderer Stelle, in anderer Rolle und in einer anderen Stadt. Als Teil eines fantastischen Teams bei Süddeutsche.de.
Soziale Medien sind erwachsen geworden, der Online-Journalismus hat sich verändert in Darstellungsformen, Akzeptanz und im Echtzeit-Charakter. Und das wird weitergehen. Wir reifen. Wer kann sich schon vorstellen, wie das alles hier in der US-Wahlnacht 2016 aussehen wird? Was bleibt, was neu entsteht? Ungewissheit ist manchmal wie Fahrtwind.
Und obwohl sich die Dinge ändern, fühlt es sich 2012 hierzulande immer noch ein bisschen wie Pionierarbeit an. Und genau deshalb sind es Momente wie heute Nacht, für die wir brennen. Weil sie Stress bedeuten, und einen Riesenspaß.
Ich weiß, dass Einteilungen wie “Onliner” eigentlich heute Quatsch sein müssten, aber heute verwende ich sie absichtlich: Wenn ich zurückschaue, wenn ich die Gegenwart sehe und in die Zukunft blicke, freue ich mich wie Bolle, im und mit dem Internet arbeiten zu dürfen. Damals, heute und morgen. Und ich bin stolz auf uns alle, die diesen Weg gehen, egal wo auf dieser Welt. Auf die, die demütig wie ein Pilger und hungrig wie ein Wolf sind. Auf die Journalisten, die das Medium und seine Möglichkeiten begreifen suchen, die Teilhabe, Dialog und Veränderung umarmen. Und ich bin dankbar für die, die uns begleiten. Die man früher mal Leser oder Nutzer nannte, die aber letztlich schlicht ein Teil von uns und unserer Welt geworden sind.
Was ich eigentlich sagen wollte: Vorwärts von hier!
Drei Merksätze im Zeitalter der Disruption
“A Great Disruption“ lautet der Titel einer der jüngsten Folgen der großartigen Sendung Peter Day’s World of Business, die zu meinen meistgeliebten Podcasts gehört.
Wer sich dafür interessiert, wie Unternehmen im 21. Jahrhundert mit Brüchen und Revolutionen in Märkten und Branchen umgehen müssen, sollte die 26 Minuten Hörzeit investieren. Disruption findet nicht über Nacht statt und sie betrifft durch die Entwicklung des Internets und den Umbau der Energie-Infrastruktur viel mehr Bereiche, als wir derzeit noch erahnen. Auf sie zu reagieren oder sie für die Verwirklichung eigener Ideen zu nutzen, bedeutet eine Veränderung der Unternehmenskultur. Diese drei Leitfäden zum Umgang mit Disruption habe ich aus der Sendung quasi “herausdestilliert”.
1. Be part of a listening company
Wer nicht auf seine Kunden hört, hat keine Chance. Was eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist, setzt mit all der inhärenten Konsequenz fast niemand um. Der Einsatz von Social Media in Unternehmen ist gerade einmal der Anfang einer Symbiose, die weiter gehen wird als alles, was wir uns bislang vorstellen konnten. Ich behaupte: Wer nicht in einem Unternehmen arbeitet, das sich wirklich um das Feedback und die Ideen seiner Kunden kümmert, ihnen auf Augenhöhe begegnet, sollte sich schnellstmöglichst nach Alternativen umsehen.
2. Moving upmarket ist not a solution
Erfolgreiche Firmen sollten sich von Newcomern nicht mit Tunnelblick auf Profite Upmarket drängen lassen. Als Beispiel für eine solche Fehlreaktion wird im Podcast die amerikanische Autoindustrie genannt, die Toyotas Erfolg bei Kleinwagen zum Anlass nahm, sich aus diesem Segment zurückzuziehen und auf den Verkauf großer Autos zu setzen. Mit der Folge, dass die Branche inzwischen auch Upmarket kaum noch Autos verkauft – unter anderem, weil Toyota mit Hilfe der Gewinne aus dem Kleinwagen-Segment inzwischen selbst dort eingestiegen ist. Ich würde die Strategie nicht als generelle Losung verstehen, wer allerdings zum Beispiel in der Medienbranche glaubt, dass Preiserhöhungen beim Printprodukt oder schlichte Verknappungen durch uninspirierte Paywalls die Umsätze retten, wird sich täuschen.
3. Die Hippo-Methode funktioniert nicht mehr
Wenn es um Produktentwicklungen und sogar strategische Entscheidungen geht, zählt letztlich immer noch “The Highest Paid Person’s Opinion”, kurz Hippo. Der Chef entscheidet in vielen Fällen ganz alleine über Produkte, Projekte und Strategien. Im Podcast wird das Beispiel genannt, dass in vielen Fällen sogar die Partner des Hippos zuhause über Entwürfe entscheiden. Weder das Hippo, noch sein Umfeld haben jedoch in der Regel genügend Wissen, um sie entsprechend zu bewerten. Die Ergebnisse sind häufig entsprechend – ein Grund, weshalb die Zeit des Einzelkämpfer-Chefs vorbei sind (was man in immer mehr Unternehmen auch erkannt hat).
Die mobile Revolution (I): Make it a Newsbite
Eine kleine Idee für die großen Herausforderungen der mobilen Nachrichtenwelt.
Die Tatsache, dass der mobile Anteil an der Nutzung von Webseiten rasant wächst, wurde in den letzten 18 Monaten sehr schnell zur Binse. Das damit mehr einhergeht als die Umstellung auf Responsive Design, sprach sich im Online-Journalismus nicht ganz so schnell herum. Die Idee, plötzlich Informationen/Texte/Items für mehrere Nutzungsformen zu designen, ist natürlich für den vom Print abstammenden Webjournalismus erst einmal eine Umstellung, weil sehr viele Workflows daran hängen. Diese Evolution ist allerdings logisch: Einst kam der Hypertext, es folgten die embeddable Objects, nun wird die Form an sich aufgebrochen (Live- und Newsblogs oder Dienste wie Storify sind hier nur der Anfang).
Circa wird derzeit gern als Beispiel genannt und könnte zumindest in Sachen Informationsarchitektur durchaus ein Ausgangspunkt sein. Von Themen und Inhalt finde ich es bislang noch nicht besonders spannend, aber man wächst ja. David Bauer von der Tageswoche regte jüngst den zoombaren Artikel an, also letztlich eine ausgefeilte Weiterentwicklung dessen, was Seiten wie CNN mit ihren tl;dr-Infos bieten.
Wer sich mit mir über das Thema unterhält, der weiß, dass mir seit längerem ein Mobilangebot vorschwebt, das drei Informationsebenen bietet, die jeweils in einen halben Smartphoneschirm passen sollten (letztere Erkenntnis ist von Circa abgeleitet):
1. Die Nachricht (ähnlich dem, was man z.B. bei den Deutschlandfunk-Nachrichten erhält)
2. Die Einschätzung (Also eine Art kurzer Hintergrund-Paragraph)
3. Das unnütze Partywissen dazu (also eine Anekdote, Fun Fact, etc.)
Dieses Konzept, ich nenne es “Newsbite“, würde für mich als schnellen Konsumenten erst einmal alles drin, was ich bräuchte, wenn ich mich nicht in ein Thema reinknien möchte. Ein “Newsbite” verschmilzt letztlich das Kanonische (Punkt 1), für das ich weiterhin Bedarf sehe, mit der Erkenntnis darüber, was Nachrichten im Ökosystem Social Media relevant macht (Punkte 2 und 3). Vor allem den Bedarf nach Partywissen übersehen Online-Portale häufig in ihrer Bierernstigkeit.
Was haltet Ihr von dem Konzept? Was fehlt (als Punkt 4 eine von Nutzern kuratierte Linkliste für weitere Infos zum Beispiel?)? Wie immer freue ich mich über Feedback und Ergänzungen.
Demnächst folgt Teil 2 der mobilen Revolution. Thema: Warum mobile Werbung vielen Diensten Sorgen machen sollte. Als Einstimmung sei dieses aktuelle Stück aus der NYT empfohlen.
Experimental Jet Set, Ausgabe 20

Playlist der letzten Sendung (Mi. 21, Do. 23, So. 17 Uhr bei howmuchrebellion.de)
Kartellrecht im Zeichen des Medienwandels
Vor wenigen Wochen hat die Europäische Kommission Universal die Übernahme von EMI unter Bedingungen erlaubt, im Herbst könnte in Deutschland die von Verlegern lang ersehnte Lockerung der Pressefusionskontrolle anstehen und jüngst brachte das New York Magazine das (unwahrscheinliche) Szenario ins Spiel, Hollywood-Studios würde womöglich bald wieder der Kauf von Kinoketten erlaubt.
Drei Marktentwicklungen, zwei Gemeinsamkeiten: Sie widersprechen eigentlich den lange geltenden kartellrechtlichen Kriterien und sie betreffen Branchen, die vom digitalen Medienwandel stark beschädigt worden sind. Wo es einst darum ging, lukrative Branchen nicht zu Monopolen oder Oligopolen werden zu lassen, sind Marktkonzentrationen bald womöglich die einzige Möglichkeit, den Bestand dieser Industrien zu garantieren. Leider ist unwahrscheinlich, dass die Fusionen genutzt werden, um sich Raum und Zeit für innovative Veränderungen zu schaffen – vielmehr geht es darum, ein Geschäftsmodell zu schützen, das längst einer Generalüberholung bedürfte.
Experimental Jet Set, Ausgabe 19

Playlist der letzten Sendung (Mi. 21, Do. 23, So. 17 Uhr bei howmuchrebellion.de)
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