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Bischof Rickey feiert Wiederauferstehung

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Pastor Rickey Moore von der Sunrise Baptist Church in Shreveport ist einer dieser eifrigen Seelensammler im Norden Louisianas, wo das Herz des bibeltreuen Amerikas schlägt. Im Zentrum des Bible Belt, wo sich Kirche an Kirche reiht, herrscht ein reger Wettbewerb um das Seelenheil: Man muss den Menschen etwas bieten, weil sie sonst die Straße runter schon die nächste Gemeinde/Versammlung/Sekte finden.

Rickey Moore, der in seiner Freikirche den Titel Bischof trägt, verbindet Altes mit Neuem: Er predigt über Alltagsprobleme, lässt gerne den heiligen Geist in sich einfahren und stellt das Youtube-Video wenig später im Netz (siehe oben).

Für die diesjährigen Osterfeiern allerdings hatte er in seiner Gemeinde ein Meisterwerk geplant, das mit meine Louisiana-Timeline vor die Augen spülte: Eine „Die Kreuzigung und Wiedererweckung in 3-D“.

Wie das gehen soll? Sein freundlicher Assistent erklärt es in diesem Video: Der Bischof spielt Jesus, lässt sich Karfreitag kreuzigen und in einen Sarg sperren, um bis zur Auferstehung Sonntagmorgen dort auszuharren. „Ostern wird eine ganz neue Bedeutung bekommen.“

Bischof Rickey, Meister der viralen PR oder lebensmüde? Hier das Passions-Outfit:



Freitagmittag dann ist sogar ein TV-Team angerückt, um die Sarg-Versiegelung zu filmen. Doch inzwischen hat der Bischof seine Meinung geändert. Das Wetter sei besser als gedacht heißt es, anderswo ist zu lesen, man habe das Toilettenproblem im Sarg nicht bedacht. Der neue Plan lautet: Bischof Rickey wird nach der Kreuzigung nicht in einen Sarg gesperrt, sondern in eine „Grabkammer aus Leinen“. Übersetzt: ein Zelt mit Feldbett und Heizkörper. Die Kreuzigung auf dem Kirchenrasen:

"Realsurrection" under way at Sunrise BC in Shreveport

There will be no casket after all as part of Bishop Rickey Moore's "Extreme in 2016" reenaction of the the death, burial and resurrection of Jesus Christ. Click here to find out what the bishop says he's going to do instead » http://bit.ly/1URjkfB

Posted by KSLA News 12 on Friday, March 25, 2016



Genau wie Jesus hat Bischof Rickey natürlich… sein Smartphone dabei! Und überträgt in den kommenden 36 Stunden immer wieder live via Periscope.

„Es geht nicht um mich, sondern um Jesus“, erzählt er, „das ist in 20 Ländern, auf allen Kanälen, CNN, MSNBC.“ Zu ein paar Kindern vor dem Zelt: „Oh, Ihr habt für mich gebetet, als ich am Kreuz hing? Das ist lieb.“ Und: „Jesus hat uns aufgerufen, Zeugnis abzulegen. Und wenn ich wie ein Verrückter aussehe, ist es mir egal.“

Manchmal filmt er nach draußen, wo Gemeindemitglieder diskutieren, und ruft „Hallelujah“ dazwischen. Manchmal sagt er nur „Oh Mann, es ist ziemlich eng hier drin.“

Inzwischen ist Bischof Rickey Moore auferstanden. Ich bin gespannt, was er für Pfingsten geplant hat.

Litfaß und Innovation

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Neues Kudamm-Eck
Nettes WDR-Zeitzeichen über Ernst Litfaß (1816-1855), Erfinder der gleichnamigen „Annonciersäule“. Was mir aufgefallen ist:

Offenheit und Geschäftssinn:
Litfaß war zunächst Schauspieler und Verleger. Übernahm Berliner Druckerei des Stiefvaters und experimentierte viel, u.a. mit Buntdruck und Schnellpressen. Erkannte Reklame durch die Druckzettel als großen Markt.
Herkunft der Idee: Nicht Litfaß hatte den Einfall, sondern er hatte die Plakatsäulen schon in Paris und London gesehen (Berlin-Syndrom?).
Gelöstes Problem: Zettelwildwuchs (vs. behördlicher Ordnungssinn) und Absprache mit der Polizei, die eigene Ankündigungen aufhängte und im Gegenzug gegen Zettel in freier Wildbahn vorging (und damit Litfaß Kunden zutrieb, die legal anschlagen wollten).
Monopolisierung: Exklusivrecht, während der Kriege Depeschen der Regierung anzuschlagen. Dadurch mehr „Traffic“ für die anderen (Werbe-)Plakate.
Große Versprechungen: Eigentlich sollten die Litfaßsäulen innen als Urinal fungieren – ein Versprechen, dass Litfaß nie umsetzte, das ihm aber bei der Genehmigung half.
Marketing: Wohltätigkeitsbälle und Fest für Kriegsheimkehrer als Eigenreklame (und Einnahmequelle).
Abhängig vom Monopol: Geschäft stagnierte nach Übernahme durch die Erben, als Preußen die Lizenzen nur noch jährlich erneuerte und schließlich an einen Konkurrenten vergab.
Unterschätzte Pionierleistung: Trieb den Ausbau von Stadtmöbeln im öffentlichen Raum voran, inklusive Informations- und Werbefunktion.

„Let’s stress him out some more“

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PCWCK.com

“There’s only a certain amount of times that I can read about how small my penis is,” Cohen said, after reading through the first day of comments. “It’s what I expected, you know? It’s what I expected. It’s what happens when you give the world anonymity.”

Statt eines Folterkellers: Joshua Cohen schreibt auf PCKWCK.com eine Woche lang eine Adaption von Dicken’s Pickwick Papers, live in einer Art Google Doc und per Webcam übertragen. Der dazugehörige Chatraum sind die Stimmen in seinem Kopf, nur outgesourct und ohne jeden Kontext.