in Denken

Das unendliche Essay

„Der Zweck des unendlichen Essays wäre, alle Dinge im uns bekannten Universum zu vereinen – Person, Ort, Tier, Idee, Kunstwerk, geschichtliches Ereignis, lustige Anekdote, Feingebäck, usw. Das Ergebnis wäre ein geschriebenes Porträt der Existenz in ihrer wahren Form, ein verhakt und verdrehtes Netz aus Verbindungen, Knotenpunkten, Überschneidungen und Kollisionen.“

The Thou of Zadie Smith

Lauren Oylers kleine Fantasie im Baffler stößt bei mir auf Resonanz. Warum? Weil ich glaube hoffe, dass wir gerade den Beginn einer neuen Blütezeit des persönlichen Essays erleben (irgendwann dann auch in Deutschland). Und dass sich gerade die Paradigmen ändern, wie es auch Ben Thompson von Stratechery erkannt hat: Die Digitalisierung öffnet das abgeschlossenen Werk für Container jenseits des Buchs und ermöglicht die Form des regelmäßig Wachsenden. Ein kontinuierliches Blog, eine Serie von Essays, eine Reihung von Flash Fiction oder eine Mischung aus allem kann eine Komplexität und Unterhaltsamkeit entwickeln, die die eines Sachbuch locker übertrifft und der eines Romans zwar nicht ähnelt, aber doch ein ähnliches Gefühl der Universalität auslösen kann.

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