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Werben um Amerikas klügste Köpfe

Nach dem Wahlsieg Emmanuel Macrons geht sein Video aus dem Februar viral, in dem er amerikanische Klimaforscher einlädt, nach Frankreich zu kommen. Man kann über ihn sagen, was man will, aber er hat etwas begriffen: Dass für wissenschaftsfreundliche Staaten die paläokonservative Trump-Regierung eine Chance bietet, kluge Köpfe aus den USA nach Europa zu locken. Noch ist es zu früh, aber die wissenschaftsfeindliche Unterströmung in den Vereinigten Staaten ist weder neu, noch wird sie verschwinden.

Warum überlegt sich Deutschland kein Programm, um die klügsten Köpfe (und das nicht nur aus den USA) anzulocken und hier in die universitäre Forschung zu holen? Mit den Laborbedingungen werden viele deutsche Unis nicht mithalten können; vielleicht aber mit Planungssicherheit, Familienfreundlichkeit und einer Verpflichtung zur Wissenschaft, die in den USA noch stärker als anderswo vom Vorbehalt privatwirtschaftlicher Finanzierung abhängig zu werden scheint. Das wäre doch mal etwas, wofür man einen Teil der Steuerüberschüsse verwenden könnte.

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Kommentar

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  1. Interessant. Durch die Exzellenzinitiative gibt es in Deutschland aber schon relative viele Postdocs aus den USA (und anderen Ländern). Die kamen vor allems, seit vor ein paar Jahren während der Finanzkrise es in den USA für ein Jahr praktisch keine Mittel für Postdocs mehr gab.

    Das sind aber alles befristete Stellen, wie fast alle Stellen im akademischen Bereich. Feste Stellen sind in Deutschland, im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, nur Professorenstellen. Davon gibt es im Vergleich sehr, sehr wenige, dafür sind sie sicher und (relativ) gut bezahlt.