in Horizont, Notiz, USA

Baby Breitbarts

„Der im Februar 2017 gestartete Tennessee Star ist Teil eines größeren Trends undurchsichtiger, auf lokale Themen konzentrierter, ideologischer Medien, die sich als traditionelle Zeitungen verkleiden. Vom Arizona Monitor bis zum Maine Examiner sind im ganzen Land Webseiten mit unterschiedlicher Glaubwürdigkeit aufgetaucht, deren Layouts an die überparteilichen Medien erinnern sollen. Das Ziel ist, die Lokalpolitik zu beeinflussen und das Vakuum zu füllen, das der finanzielle Kollaps von Lokalzeitungen hinterlassen hat.“

Baby Breitbarts to pop up across the country?

Wie ich bereits unten geschrieben habe: Es entsteht gerade ein Markt. Die USA sind dabei nach Talk Radio, Fox News, Breitbart und Co., Social-Media-Influencern/Spamern reif für die Lokalisierung der rechtskonservativen Propaganda. Sei es durch die nationalen TV-Lokalsender von Sinclair oder die oben beschriebenen „Baby Breitbarts“. Kombiniere das mit einem ohnehin ideologisierten Teil der Bevölkerung und der sichtbaren reaktionären Wissenschafts- und Bildungsfeindlichkeit, und du hast das, was die Amerikaner einen „Perfect Storm“ nennen. You ain’t seen nothin‘ yet.

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Kommentar

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  1. Faszinierend. In gewisser Weise nutzen Baby-Breitbards das, was wir mit Personalisierung/Lokalisierung der großen überparteilichen Medien (Zeit, Guardian) machen wollten, nämlich Nähe und lokale Relevanz. Nur das sie ein ganz anderes Geschäftsmodell dafür haben, und deshalb viel mehr Feuerkraft. Oder denke ich da falsch?

  2. @Konstantin: Wenn Du mit Geschäftsmodell „Reichweite durch Confirmation Bias“ meinst, ist das sicher richtig. Ich glaube aber, dass sich die Medienbranche auch im deutschsprachigen Bereich in „Nachrichtenmedien“ und „Identitätsmedien“ aufspalten, wenn auch natürlich der Identitätsteil nicht ganz so extrem wie in den USA ist. Mit Identitätsmedien meine ich, einer bestimmten Zielgruppe Bestätigung zu geben (z.B. für konservative bis reaktionäre Regierungskritische oder für ein urbanes, linksliberales Publikum).