Unbewusste, unterbrechende und unsichtbare Medien

 The Future of Television is being able to pick Shows by Length

„Konsumenten sortieren heute (oft unbewusst) jedes Medien-Produkt vom Podcast über Magazingeschichten bis zum Video in drei Kategorien: Bewusst, unterbrechend und unsichtbar. Die Konsequenzen dieser Veränderungen sind bedeutend. (…)
Bewusste Medien sind jene Handvoll Angebote, deren Konsum wir vorher planen, um dann ein besonderes Stück unserer Zeit dafür zu reservieren. Für mich sind das Couch-Shows wie Better Call Saul und sonst fast nichts. Unterbrechende Medien wiederum sind eine viel größere Kategorie: Diese Programmgestaltung füllt die freien Plätze in unserem Leben – 10 Minuten in der Supermarkt-Schlange, fünf Minuten beim Warten nach dem Kindertraining, 35 Minuten im Zug oder Bus. Für mich sind das Artikel, die ich auf Instapaper gespeichert habe, Hörbücher und Smartphone-Shows wie Billions, das mir sehr gefällt, das ich aber noch nie daheim angeschaut habe und selten in längeren Segmenten als 30 Minuten. Unsichtbare Medien ist die größte Kategorie von allen – das Zeug, das wir niemals sehen, von dem wir kaum wissen, dass es überhaupt existiert.“

Hilfreiche Kategorien. Ich hatte mal ein „Uber für @SZ-Inhalte“ gepitcht, das aus der Kombination von „Zeit zur Verfügung“ (wählbar) und Interessensgebieten redaktionelle Artikel und Videos zeigt. Quasi eine Abwandlung von dem, was die App „NPR One“ im Audiobereich schon gut macht. Die Umsetzung ist komplex, inzwischen würde ich diese Funktion auch eher bei einem der diversen Assistenten da draußen verorten (falls es das nicht schon irgendwie gibt). Wobei ich gar nicht weiß, ob das notwendige flächendeckende API-Ökosytem realistisch wäre, das wäre für App-Anbieter ja quasi ein weiteres zwischengeschaltetes Meta-OS.

Trump, Aufmerksamkeit und die unendliche Echtzeit

(1) „That is what Power Looks Like“: As Trump prepares for 2020, Democrats are losing the only fight that matters
(2) Facebook, Snapchat and the Dawn of the Post-Truth Era
(3) In the Trump Era, We Are Losing the Ability to Distinguish Reality from Vacuum

Drei Beiträge, die ich in einen Zusammenhang stellen möchte. In (1) beklagt Peter Hamby (ironischerweise inzwischen Snap-Newschef) in Vanity Fair, dass Trump mit seiner ständigen Erzeugung von Aufmerksamkeit dafür sorgt, dass niemand weiß, was eigentlich die Demokraten gerade machen (und für was sie stehen).

In (2) bilanziert der ehemalige Facebook-Produktmanager Antonio García Martínez, der seine Erfahrung im Buch  Chaos Monkeys verarbeitet hat, das Social-Media-Zeitalter: Wir kehren demnach in den Modus der vorschriftlichen Epochen zurück, in denen Wahrheit in der Regel eine Sache des Hörensagens war. Zitat: „Dies wird die am besten dokumentierte Epoche in der amerikanischen Geschichte sein, aber niemand wird sich einig sein, was passiert ist.“

In (3) weist Masha Gessen darauf hin, dass die Hyperstimulierung durch Trump-Nachrichten uns (bzw. US-Amerikaner) an die Echtzeit kettet. Einen einzigen Tag zu verpassen, bedeutet Anschluss an die Entwicklungen zu verlieren – doch was an diesem einzigen Tag passiert, ist in der nächsten Woche bereits wieder abgelöst und irrelevant. Was in dieser gedrängten Zeit verloren geht, ist demnach die Fähigkeit, moralische Urteile zu fällen – denn diese benötigen eine historische Perspektive, die über den Tag oder die Ära hinaus geht.

Die banalste Synthese aus diesen drei Texten lautet vielleicht, dass die Aufmerksamkeitsökonomie netto zu einer gewaltige zivilisatorische Energieverschwendung führt. Im besten Falle. Sollten wir allerdings – Worst Case – in einem neuen Zeitalter westlicher Autokratien bis hin zum Neofaschismus landen, werden Historiker einmal feststellen, dass neben den Verwerfungen von Spätkapitalismus und Klimawandel die Aufmerksamkeitsökonomie eine dritte wichtige Voraussetzung für diese Wende war (sie ist ja letztlich aus der Marktbarmachung aller dezentralen Konstellationen abgeleitet, in denen bisherige Vermittler überflüssig wurden). Damit meine ich nicht Populismus per se, der wie ich finde durchaus seine Berechtigung hat, sondern die zunehmende Irrelevanz der Unterschiede zwischen Ursache und Wirkung, Tatsachen-Kontext und Interpretation – und unsere Anpassung daran.

Die optimistischere Perspektive ist, dass der Zugang zu historischem Wissen, Reflexion  und persönlicher Erfahrung als Fundament eines Gegenentwurfs heute ebenfalls recht einfach herzustellen ist – und auch notwendig, um die planetarischen Herausforderungen zu meistern. Nur ist dieser Weg eben derzeit schwieriger, benötigt mehr Zeit und belohnt uns mit weniger Endorphinen.

Drei nachgereichte Medienlinks

(1) Why the “golden age” of newspapers was the exception, not the rule
(2) The Paywall Quandary: How many subscriptions does one really need?
(3) #Journalistenschule 2018

Diese drei Medienlinks aus der vergangenen Woche möchte ich kurz nachreichen. (1) weil er die Erzählung von den „mit ihrer Objektivität massig Geld verdienen Print-Medien“ in den historischen (amerikanischen) Kontext setzt. Journalismus war die meiste Zeit prekär oder von Reichen finanziert.

(2) weil beide Tangenten der Digitalabo-Debatte wichtig sind – die Frage, für was Leser zahlen und die Zahl der Abos, die selbst bei interessierten Zeitgenossen deutlich geringer ist, als ein Journalist denken mag.

(3) weil ich die Aktion der DJS (an der ich früher manchmal Dozent war, Disclosure) gut finde. Und weil mir persönlich Hoffnung macht, dass der interessierte Teil der Schüler den Eindruck macht, einen hohen Anspruch zu haben – sowohl an Fachkenntnis und Tiefe, als auch an persönlicher Relevanz.

Ansonsten können regelmäßige Leser feststellen, dass ich zum Journalismus im Moment wenig zu sagen habe. Die meisten Zukunftsfragen der Medienbranche sind inzwischen weniger von der Erkenntnis abhängig, als von der Handlungsbereitschaft.

NPR und Co. kaufen Pocket Casts

Pocket Casts acquired by NPR, other public radio stations, and This American Life

Die Content-Kaufwelle ist in den USA vorbei und NPR investiert in Software, genauer gesagt kauft es gemeinsam mit anderen Stationen die Podcast-App Pocket Casts. Ich habe schon häufiger darüber geschrieben: Ein Eingangspunkt im Medien-Ökosystem zu sein verspricht Zukunft, am Endpunkt zu stehen (also sich auf die Produktion Content zu konzentrieren) Niedergang. Zumindest, wenn es um Reproduzierbares wie Informationen geht und der Back-Katalog nichts Einzigartiges hat.

Aus dieser Perspektive ist der Schritt natürlich mutig, auch wenn John Gruber wahrscheinlich zurecht vermutet, dass NPR und Co. mit der App vor allem ihre Tracking-Strategie aufbauen werden.

Bye, bye Intro

In eigener Sache: Intro verabschiedet sich

Meine erste Musikzeitschrift war das „WOM Journal“ aus dem WOM im Hertie-Keller, ich hatte ja vorher gar keine Ahnung, dass Menschen überhaupt in Zeitschriften über Musik schreiben und was das für einen Sinn haben sollte. WOM und Hertie, längst beides Karteileichen im Unternehmensregister.

Später dann kam die Visions, die Indie-Musik als glamourös und lebensweltlich relevant präsentierte. Die hatte ich sogar im Abo. Bis ich merkte, dass die Musiker bei genauerer Betrachtung meist ziemlich banale Sachen erzählten und der Geschmack der Visions sich letztlich ziemlich standardisiert am Hype-Kreislauf orientierte. Da hatte ich dann auch schon die Intro gefunden, über deren Stapel man immer irgendwo in Kassen- oder Türnähe von Second-Hand-Läden stolperte.

Intro war eine Spex Light, ein bisschen bissig, ein bisschen überlegte Kulturindustrie-Kritik, ein bisschen Gedanken über die gesellschaftliche Relevanz von Musik, Kino und Videospiel. Ich habe damals eine Menge über Popkultur-Geschichte und Zusammenhänge zwischen den Genres gelernt, auch wenn es manchmal ein bisschen viel (sympathische) Geschmacksangeberei und war. Zur Spex habe ich es übrigens nie geschafft, denn eigentlich wollte ich ja nur wissen, welche Bands gerade interessant sind.

Und das ist halt die Sache, weshalb es mit Musikmagazinen so schwierig wird: Interessante Musik versteckt sich nicht mehr, die Geschmackscodes sind individualisiert. Wer über das Ende der Intro redet, darf den Musikblog-Exodus der vergangenen Jahre nicht verschweigen… 78sYou Ain’t No Picasso, Rote Raupe, Ca Va Cool, auch mein eigenes Musikblog SongdesTages liegt nur noch auf dem Server rum.

Es ergibt eben wirklich kaum noch Sinn, um Musik herum zu schreiben und zu versuchen, damit über eine längere Spanne Aufmerksamkeit zu bekommen (vom Geldverdienen rede ich gar nicht). Natürlich lassen sich Consequence of SoundQuietus, das inzwischen zu Conde Nast gehörende Pitchfork als Gegenbeispiele anführen, aber sie stehen eher für eine andere, Prä-Influencer-Zeit, als für die Zukunft.

Für mich persönlich symbolisiert das Ende der Intro deshalb einen weiteren Kilometerstein auf der Strecke, die in unterschiedlichsten Bereichen weg vom Konzept des Kanons führt. Der Beitrag der Intro zum deutschen Indie-Kanon war beachtlich – zumindest, wenn ich daran zurückdenke, wie viel gute Musik ich auf Empfehlung des Magazins ausprobiert habe.

Vor der Facebook-Distribution

 Ade, Schublade

Im Kampf um die immer kürzer werdende Aufmerksamkeitsspanne des Lesers spielen Eyecatcher und steile Thesen eine immer größere Rolle. Differenzierungen schrecken ab, weil sie nicht zum Hinsehen, Kaufen oder Klicken locken (sowie Arbeitszeit und Manpower benötigen).

Dabei müsste es doch eigentlich genau andersherum sein: Wie David Weinberger bemerkt, dessen Buch “Everything is Miscellaneous“ demnächst in deutscher Sprache (Titel: “Das Ende der Schublade“) erscheint, leben wir in einer Zeit, in der wir uns auf Unschärfen einstellen müssen. Die binäre Welt des Computers hat die binäre Weltsicht des „richtig oder falsch“ zum großen Teil überflüssig gemacht. Das bedeutet, dass die einfache Schlagzeile selbst eigentlich an Wert verlieren müsste, weil sie nicht mehr der Komplexität unserer Welt (und der durch das Netz erreichbaren Informationen) gerecht wird. Als Korrektiv führt Weinberger die Blogosphäre an, die einfache Dinge wieder kompliziert macht und verschiedene Hintergründe zusammenführt.

Soweit, so gut. Aber sind inzwischen nicht alle Formen der „Online-Publizistik“ an die Aufmerksamkeitsökonomie der sekundenschnellen „Pointe“ gekettet, zumindest, wenn es sich um Short-Tailer handelt? „Ja, aber“-Journalismus klickt sich im Netz genauso schlecht wie „Ja, aber“-Blogs.

Notiert habe ich das hier im März 2008, also vor mehr als zehn Jahren. Heute, in der zweiten Hälfte des Social-Media-Zeitalters, wissen wir mehr – zum Beispiel, dass sich ein erstaunlicher Teil der digitalen Öffentlichkeit tatsächlich binär organisiert. Aber viel schlauer sind wir heute nicht.

(Fun fact: Anders als dieses Mal wird in zehn Jahren Journalismus etwas anderes meinen)

Schlechte Nachrichten… über Falschnachrichten

RSS-Titel und Link via John Naughton
Aus dem Abstract dieser Studie zitiert, die 126 000 via Twitter verteilte Geschichten analysiert hat: „The spread of true and false news online“ 

“Falschbehauptungen verbreiteten sich mit größerer Reichweite, schneller, tiefer und über weitere Teile des Netzwerks in allen Informations-Kategorien. Die Effekte waren bei politischen Nachrichten ausgeprägter als bei Nachrichten über Terrorismus, Naturkatastrophen, Wissenschaft, urbane Legenden oder Inhalte zu Finanzen. Wir fanden heraus, dass Falschnachrichten ungewöhnlicher waren als wahre Nachrichten, was nahelegt, dass Menschen ungewöhnliche Nachrichten mit größerer Wahrscheinlichkeit teilen. Falschnachrichten führten zu Angst, Abscheu und Überraschung in den Antworten; wahre Nachrichten Erwartungen, Traurigkeit, Begeisterung und Vertrauen. Entgegen der gängigen Meinung beschleunigten Bots die Verteilung von wahren und falschen Nachrichten ungefähr ähnlich. Dies legt nahe, dass Falschnachrichten sich nicht wegen der Bots schneller als die Wahrheit verbreiten, sondern weil Menschen sie mit größerer Wahrscheinlichkeit verbreiten.”

RSS für alle

 Ein öffentlich-rechtlicher RSS-Reader und 29 weitere Ratschläge für ein freies Internet

Dirk schlägt drüben einen öffentlich-rechtlichen RSS-Reader vor und ich finde das fein.

Einmal, weil ich darin schon die Struktur des Kommenden erkenne. RSS als Technologie gilt als gestrig, aber das Prinzip weist in die Zukunft. Zumindest in die, die ich mir vorstelle (Achtung, Exkurs):

Ein dezentrales Netz ohne Identitätsbroker (ich verkneife mir den Block-Begriff), in der ich mir die Welt über Streams organisiere: (1) Ankommend Nachrichten-, Freundes- und Signal-Streams. (2) Ausgehend eigene Postings und Signale, Freigaben von Identitätsschichten (zum Beispiel abgestuft persönliche Interessen bis Verhalten/Ortung für die Werbevermarktung im Gegenzug für Geld oder Dienstnutzung). UI würde sich gar nicht so sehr von dem heutigen Smartphone unterscheiden, nur dass „Apps“ sehr viel unsichtbarer wären und wahrscheinlich sogar konzeptionell in etwas anderem aufgehen würden, vgl. „Tasks“ bei Home-Lautsprechern.

Doch zurück zum Öffi-RSS: Es gibt drei Punkte, die mir in Sachen Umsetzung eingefallen sind. Das eine ist, die Notwendigkeit, ihn zu begründen – Dirk macht das ja drüben, aber natürlich genügt es nicht, dass er zur Europäischen Rundfunkunion nach Genf geht und dort an die Tür klopft. Vielleicht wird die Idee ja Teil eines größeren Aktivisten-/NGO-Aufschlags zum Schutz des Web (bin gespannt, was zum 25. WWW-Geburtstag Ende April aus dieser Ecke kommen wird).

Die Notwendigkeit ist aber natürlich auch an die Distribution geknüpft. Das WWW explodierte ja (auch) deshalb, weil Microsoft als Reaktion auf Mosaic/Netscape den Internet Explorer standardmäßig in Windows installierte. Da kommen wir beim Öffi-RSS – dessen Software sich ja nicht groß von Privatangeboten unterscheiden und nicht unbedingt durch Netzwerkeffekte exponentiell wachsen wird – schnell zu Marketing-, Markt- und Missionsfragen.

Damit hängt natürlich auch die Praxis zusammen, in Deutschland im Rundfunkstaatsvertrag geregelt, bis zum kleinsten Strichpunkt umkämpft und europaweit immer stärker unter Druck. Infrastruktur gehört (vielleicht gibt es kleine Ausnahmen) nicht zu den ÖR-Aufgaben, sondern ist Mittel zum Zweck, eigenen Content auszuliefern (von Sendetechnik bis Mediathek). Hier zeigt sich das Problem, die Digitalisierung zu verstehen: Software könnte ein Mittel zur Erfüllung des Informationsauftrags sein, aber ÖR definiert sich eben als Content-Produzent und steckt darin erst einmal fest. Einen ähnlichen Fehler haben in den vergangenen 10-15 Jahren ja viele Printverlage/Medienhäuser 1  gemacht, weshalb die Veränderungen in nächsten zehn Jahren ziemlich… aber lassen wir das.

Ergänzung: Okay, es ist nur ein blöder RSS-Reader, vielleicht mach‘ ich die Sache ein bisschen zu kompliziert. Aber die Sache mit den Öffentlich-Rechtlichen IST kompliziert, politisiert und was auch immer.

1 Fairerweise: Ein paar von ihnen haben es versucht, nur wenige davon erfolgreich. Axel Springer wäre der einzige deutsche Verlag, der die technologische Reputation hätte, den RSS-Reader als Dienstleister umzusetzen, aber medienpolitisch spielen da natürlich andere Konflikte rein, jenseits der Frage, ob die Umsetzung in öffentlicher Hand bleiben sollte.

 

Wie erfolgreich war die „Internet Research Agency“?

Alex Madrigal über die russische Social-Media-Propaganda im US-Wahlkampf 2016:

„Kein Zweifel: Das war nach eigener Beschreibung und objektiv ‚Informationskrieg‘. Es ging darum, Zwietracht und Misstrauen im amerikanischen Wahlvolk zu säen. Und mit ein paar Dutzend Leuten – ungefähr 80 zur besten Zeit – haben sie 150 Millionen Menschen über Facebook und Instagram erreicht. Im September 2016 (…) lag das monatliche Budget bei 1,25 Millionen US-Dollar. Für ihr Geld haben sie einiges gekriegt.

Viele Teile von Muellers Anklageschrift die allerdings unheilvoll für die Uneingeweihten klingen, lesen sich wie die grundsätzlichsten Strategien dessen, was als ‚Audience Development‘ bekannt ist. Manöver, die für Außenstehende hochentwickelt klingen, die aber jeder Firmen-Marketingmitarbeiter und viele Medienunternehmen kennen und selbst anwenden. (…) Ich drücke es mal so aus: Wenn die Internet Research Agency ein Medien-Startup wäre, würden sie für ihr Medienkönnen wahrscheinlich keine neue Runde Risikokapital erhalten.“

Russia’s Troll Operation Was Not That Sophisticated

Alex macht in seinem Artikel die wichtige Unterscheidung zwischen der Existenz dieser Propaganda und ihrer einfachen Verbreitung via der Plattformen von Facebook Inc. einerseits, der „Internet Research Agency“ als Internet-Klitsche mit 0815-Strategien andererseits. Das Problem ist logischerweise, dass der Einfluss schwer messbar ist – es geht um Internet-Stimmungen gekoppelt mit anderen medialen (und persönlichen) Einflüssen, und auch um die Reaktion auf extremere Sichtweisen (zum Beispiel Postings linker Sockenpuppen).

Am deutlichsten zeigt sich das in den Demonstrationen auf amerikanischen Straßen, die via Facebook aus St. Petersburg „organisiert“ wurden: Zwar tauchten offenbar vergleichsweise wenige Leute dort auf, doch alleine die Tatsache, dass du eine amerikanische Menschengruppe mit ein paar Mausklicks aus Russland auf die Straße bringen kannst, ist erstaunlich (CIA und KGB brauchten seinerzeit in Lateinamerika und Asien noch Mitarbeiter vor Ort).