Linux vs. Python (Tech-Kultur)

After Years of Abusive E-mails, the Creator of Linux Steps Aside

Linus Torvalds zieht sich vorläufig zurück, nachdem der New Yorker offenbar eine Geschichte über seinen beleidigenden und krassen Ton auf der Mailingliste der Linux-Kernel-Gruppe im Köcher hatte (was journalistisch wieder einmal zeigt, dass sich schon aus genauem Hinschauen gute Geschichten ergeben können).

Der New Yorker stellt Torvalds den Python-Erfinder und Ex-BDFL Guido van Rossum entgegen, der im Artikel als Gegenmodell erscheint und sich ebenfalls – offensichtlich aus ganz anderen Gründen – zurückgezogen hat (Sidenote: jenseits von Inklusion versuch Python zum Beispiel gerade symbolisch, die Terminologie „Master und Slave“ zu ersetzen).

Ich kann das von außen nur schwer bewerten und Open Source ist natürlich eine eigene Crowd, aber die Symptome von generell wachsender Selbstreflexion in Tech-Organisationen machen mich optimistisch.

Natürlich muss niemand damit rechnen, dass sich an der fundamentalen Ausrichtung der gesamten „Branche“ (und was ist die „Branche“ in einer digitalisierten Welt anyway?) etwas ändert. Aber in einer Zeit, in der sich der Tech als Karikatur  von Werteüberzeugung erscheint und sich zudem der Schwerpunkt zunehmend von den USA Richtung China verlagert, schadet es nicht, der Wachstums- noch eine Nachdenkfunktion vorzuschalten. Die kommenden Monate werden seeeehr interessant, weil Google als Konzern mit starken Prä-2008-Techkultur-Markern vor der China-Entscheidung steht und das sicher heftige Auswirkungen haben wird.

Siehe auch:

IT-Ethik, aber für wen?
Silicon Valley: Wann kommt der Wertewandel? (2016)
Ungleichheit und die Legitimation von VC-Tech (2015)
Tech und seine Kulturen

Amerikas Adorno

Kein amerikanischer Denker ist mir in den vergangenen Jahren näher gekommen als Christopher Lasch (1932-1994). Vielleicht, weil sein kritischer Blick auf das Verhältnis von Moderne und Demokratie und der westlichen Conditio Humana noch heute der Realität standhält. Oder weil er in der Tradition des Populismus aus dem Mittleren Westen sowohl Konservative, als auch Progressive heftig kritisierte (und die daraus folgende Isolation in Kauf nahm).

Die völlige Ausrichtung des Menschen auf die Produktions- und Konsumgesellschaft hat er detailliert beschrieben, unseren Fortschrittsglauben als den naiven Wunsch nach Veränderung durch Vorbestimmung entlarvt. Und wenn er an die Kraft des Wissens glaubte, so erkannte er doch den Wesenswandel: aus dem Werkzeug zur Emanzipation wurde vor allem ein Werkzeug zur Beherrschung.

Um aus seinem Hauptwerk “The True and Only Heaven: Progress and Its Critics” (1991) zu zitieren:

“Der Glaube an den ‘Fortschritt’ entspringt keiner uramerikanischen Weltsicht, sondern ist schlicht Jahrzehnten von niemals endenden Verbesserungen in der ‘Lebensqualität’ geschuldet. Diese Verbesserungen sind zwar nur materiell, aber sie wurden erfolgreich erkauft. Der Triumph des industriellen Kapitalismus ist nicht der Sieg eines Ideals, sondern einer Verführung. Wir funktionieren für die Wirtschaft, schamlos zufrieden, entwürdigend schwach, auf den Fortschritt vertrauend und gleichzeitig verloren in der Nostalgie; die Welt verbrennend, um den prekären Status des Gewärmtseins beizubehalten.”

Auch wenn Lasch als Kulturkritiker bekannt wurde, ist seine Haltung nicht unidealistisch. Er lehnt aber moralische und technologische Hybris genauso ab wie den unhinterfragten und oft vorgeschobenen Traditionalismus der Konservativen. Ein Wunder, schreibt er, sei “die Bejahung des Lebens in den Zähnen seiner Grenzen.” Hoffnung bedeute, ein tiefsitzendes Vertrauen in das Leben zu haben, ohne dessen tragischen Charakter zu leugnen. Ein couragiertes Ja zur “Natur der Dinge”, auch während des größten Verlusts und des schlimmsten Herzschmerzes. Und Gerechtigkeit leitet sich schließlich aus der Überzeugung ab, dass die Bösen leiden, die Ungerechtigkeiten berichtigt werden – und dass die unter allem liegende Ordnung der Dinge nicht straflos verspottet werden kann.

Wenn ich Lasch “Amerikas Adorno” nenne, stimmt das nur teilweise. Es passt eher die Parallele zu Horkheimer, der gegen Ende seines Lebens kritisiert wurde, weil er die Modernisierung unseres Familienbilds als Zeichen des kapitalistischen Triumphs deutete, der Marktbarmachung aller menschlichen Institutionen. Solche Konflikte hatte Lasch, der ein ähnliches Familienkonzept vertrat.

Die antimodernen Züge seines Werks sind andere als die der Kritischen Theorie; ähnlich wie diese ist aber auch Laschs Lösung nur eine Denkskizze – ein verantwortungsbewusster Mensch, der sich Gier und übermäßigem Selbstbezug verweigert und nach den ausgearbeiteten und überlieferten Idealen der gemeinschaftlichen Praxis handelt (siehe: populistische Tradition des Mittleren Westens). Und als Fundament könnte ein Satz von Walter Benjamin dienen: “Nur um der Hoffnungslosen willen ist uns die Hoffnung gegeben.”

Festival-Metamorphosen

Neulich fand ich in der London Review of Books diese Anzeige. Wilderness 2018, ein Literatur- und Zinefestival in Großbritannien, politisch, mit Live-Podcasts und ziemlich vielen guten Namen und klugen Leuten. Beim Googeln dann fand ich dann heraus, dass das einfach ein Track in einem „normalen“ Festival mit Bands ist.

Ein Blick auf die deutsche Festivalszene zeigt Ähnliches, zum Beispiel haben A Summer’s Tale oder das Open Flair Kultur jenseits von Bands, dazu Workshops und ein paar Lesungen im Programm, die Fusion ist schon lange für ihren praktischen Teil bekannt. Der Unterschied im Lineup ist aber der zwischen Wladimir Kaminer und Linus Volkmann auf der einen (Summer’s Tale) und David Runciman und Benedict Cumberbatch (Wilderness) auf der anderen Seite.

Nicht falsch verstehen, ich schätze beide Erstgenannte, aber sie sind nicht dezidiert politisch oder Stars. Womit wir bei der Dichte an Intellektuellen, politisch aktiven Künstlern und ernstzunehmenden Indie-Verlagen mit gesellschaftlicher Mission und Appeal über den Kulturbetrieb hinaus sind. Da sind die Briten wirklich fantastisch aufgestellt. Vermutlich hat das nicht nur mit Tradition, sondern auch mit der Klassengesellschaft zu tun. Aber verdammt, ich wünschte mir ein Biotop, das so etwas auch in Deutschland möglich macht (falls es so etwas schon gibt, bitte Hinweis in den Kommentaren hinterlassen…aber kommt mir nicht mit den Buchmessen, die sind toll, aber etwas anderes).

Johnny

„Ich will nach Hause, aber ich zögere. Einer der berühmtesten Schauspieler der Welt raucht gerade Dope mit einem Reporter und seinem Anwalt, während sein Koch das Abendessen vorbereitet und seine Bodyguards Fernsehen gucken. Es gibt niemanden hier, der nicht bezahlt wird.
Das Morgenlicht sickert langsam durch die Fenster ein. Waldman geht schlafen (…). Ich erkenne die Gelegenheit zu gehen. Depp sucht nach einem Sicherheitsmitarbeiter, der mir ein Taxi rufen soll, aber sein Klopfen bleibt unbeantwortet. Also bringt er mich raus.
‚Danke, dass du hier warst‘, sagt Depp. ‚Das könnte dein Pulitzer sein.‘
In den nächsten 15 Minuten versucht Depp herauszufinden, wie er die Tore seiner Herrenhaus-Festung öffnet. Er drückt auf Knöpfe und schiebt am Gitter, aber nichts tut sich. Er ist ein verlorener Junge, der nicht rechtzeitig vor der Dunkelheit daheim sein wird. Ich sage ihm schließlich, dass ich über das Gitter klettern kann. Ich hangele mich drüber und springe runter. Durch die Gitterstäbe sagen wir gute Nacht.“

Jordan Peterson

Jordan Peterson: „One Thing I am Not is Naive“
Freedom & Tyranny with Dr. Jordan Peterson
The Intellectual We Deserve
Why Jung Would Not Approve of Jordan Peterson
On Peterson, Political Correctness, and Postmodernism
A Critique of Jordan Peterson (+ Part II)

Vor einigen Monaten war der kanadische Philosoph Jordan Peterson bei Bill Maher (siehe Video). Der Hype wird vielleicht auch noch im deutschen Mainstream ankommen, wenn ein Verlag sein Selbsthilfebuch „12 Rules“ übersetzen wird (die FAZ hatte ihn im April schon einmal angelobt, quasi).

Nachdem ich mich genauer mit seinen Thesen beschäftigt habe, verfestigt sich langsam der Eindruck, dass diese Form von Netz-Konservatismus außer plakativen Feindbildern (böse Marxisten-Postmodernisten-Studenten!) und einer reaktionäreren Form von Neoliberalismus (Hierarchien sind Naturphänomene! Räume Zimmer und Lebenslauf auf, bevor Du demonstrieren gehst!) nichts zu bieten hat, in Petersons Fall offenbar nicht einmal ein fundiertes Wissen über seine (linken) Feindbilder oder Jungs Archetypen-Verständnis. Was nichts daran ändert, dass gefühlige Gegenwartskritik offenbar funktioniert und Peterson Hallen mit jungen Männern füllt. Dass diese intellektuelle Leere so viel Anziehungskraft hat und sich gerade zum Mainstream-Konservatismus hochstapelt, sollte auch progressiven Zeitgenossen Sorgen machen.

Der Niedergang des Nationalstaats

The demise of the nation state

„Nach so vielen Jahrzehnten der Globalisierung sind Wirtschaft und Information erfolgreich aus der Autorität nationaler Regierungen herausgewachsen. Die Verteilung planetaren Wohlstands und der Ressourcen wird heute von kaum einem politischen Mechanismus angefochten. Aber dies zuzugeben, würde eine Akzeptanz des Endes der Politik bedeuten. (…) Der libertäre Traum – veraltete Bürokratien ergeben sich makellosen High-Tech-Systemen der Unternehmen, die dann das Management alles Lebens und aller Ressourcen übernehmen – erscheint heute eine wahrscheinlichere Zukunftsperspektive als die Fantasie, zur Sozialdemokratie zurückzukehren.

Regierungen, die von äußeren Kräften kontrolliert werden und deshalb nur bedingt Einfluss auf nationale Angelegenheiten haben: so war es schon immer in den ärmsten Nationen der Welt. Aber im Westen fühlt es sich wie eine furchterregende Rückkehr zu primitiver Verletzlichkeit an. Der Angriff auf die politische Autorität ist nicht nur ein ‚wirtschaftliches‘ oder ‚technologisches‘ Ereignis. Es ist ein epochaler Umsturz, der westliche Bevölkerungen zersplittert und beraubt hinterlässt.“

Rana Dasgupta beschreibt ausführlich und in großer Klarheit die Gegenwart und führt dabei verschiedene Erklärungen zusammen, die derzeit herumgeistern. Im kommenden Jahr erscheint sein Essay in Buchlänge und ich traue ihm zu, in die
Sphären eines  Pankaj Mishra aufzusteigen. Seine Botschaft ist wichtig und doch weder ins Bewusstsein der Bürgerlich-Konservativen, noch in das der Progressiven eingedrungen: Es  wird keine Rückkehr zur Normalität geben und das Zeitfenster für eine Systemreform wird sich in absehbarer Zeit schließen.

Gumbrecht

Die FAZ stellt einige Blogs ein, darunter auch Hans Ulrich Gumbrechts Digital/Pausen. Sehr schade, habe ich Gumbrechts Denken doch erst in seinen Einträgen dort richtig kennengelernt. Natürlich publiziert er auch in diversen anderen Medien (zuletzt in der Zeit über das System Fußball), aber Digital/Pausen mochte ich gerade deshalb so gern, weil er dort semi-private Erlebnisse als Ausgangspunkt für eine Suchbewegung verwendet hat, die stets menschliche Konstanten in Gegenwartsphänomenen finden wollte. Dabei hat er auch Ratlosigkeit eingestanden und seine Interpretation stets unter Vorbehalt gestellt – Denken ist nie zu Ende, weshalb Blogs eine feine Form dafür sind, da hatte Schirrmacher mit Gumbrecht schon eine gute Nase.

[Kurz zu Rainer Meyer a.k.a. Don Alphonso, über den offensichtlich mehr diskutiert wird: War immer schon da. Wirklich guter Schreiber, wenn auch immer ein bissken viel Tegernsee-Manierismus (Spoiler: Tegernsee-Menschen landen häufiger beim argumentativen Äquivalent von “Aber die Berge…”). Wie mancher deutsche Blogger der ersten Generation das brutale Charakterurteil zum perfekten Werkzeug gemacht, dabei skrupelloser als andere. Habe seine Sachen dennoch häufiger interessiert gelesen. Rund um die Flüchtlingskrise 2015 fand ich ihn hilfreich, wegen seiner kritischen Perspektive und der sich abzeichnenden Stimmungen, die ich dadurch später hier drüben besser verstanden habe. Danach fast ausschließlich Beiträge wie von einem AI-Textautomaten, der aus Berg- und Barockfotos und dem Trigger-Thema du jour Texte für das “Eyyyyyyy!1!!Linksversiffer-Staatsfunk-Merkeltante-alle-unterdrücken-mich”-Publikum produzierte, dessen Twittertroll-Block kluge konservative Gedanken nicht mal erkennen würde, wenn der Geist von Joachim Fest sie in 280 Zeichen übersetzen und gaaaanz langsam vorlesen würde. Dadurch für mich uninteressant, aber das spielt keine Rolle. Wird wieder etwas relativ Prominentes finden, die publizistische Aufmerksamkeitsökonomie belohnt es gerade, Menschen genau das nochmal zu erklären, was sie eh schon glauben (nicht nur, aber gerade im reaktionäreren Spektrum). Gumbrecht genießt wahrscheinlich seinen akademischen Ruhestand und wird ebenfalls weiter publizieren, aber bei ihm werde ich es vermissen, ihm beim Denken zugucken zu können.]

Donald Glover im New Yorker

Donald Glover can’t save you

Das Porträt im New Yorker über Donald Glover (Atlanta, Childish Gambino) ist fantastisch in unterschiedlichsten Nuancen, die es zeigt. Ich hatte vorher angenommen, dass er ein hyperaktives Multitalent ist. Das stimmt einerseits, aber DG erscheint auch entfremdet von allem. Als Künstler, weil Kunst nur Content ist und das Politische ins Sichtfeld bringen kann, nicht aber die Verhältnisse zum Explodieren (als schwarzer Künstler ist Erfolg sogar insofern oft kontraproduktiv, da die kulturelle Kraft des schwarzen Amerikas die reale Beziehung zwischen den ethnischen Gruppen verschleiert und auf einem weiß geprägten Betriebssystem funktionieren muss).

Donald Glovers Entfremdung ist aber auch eine andere: die einer unmöglichen Zwischenmenschlichkeit in dem Sinne, eine Verbindung zu jemandem herzustellen, wirklich die Barrieren abzuräumen und frei zu kommunizieren – und das Bewusstsein, dass solche Versuche, selbst wenn die andere Person alle Merkmale erfüllen würde, scheitern müssen, spätestens an der eigenen Reserviertheit. Multipliziere das mit der Tatsache, dass du als Star nie weißt, wer wirklich an dir als Mensch interessiert ist, und du hast die perfekte Isolation. Misanthropie ist ein viel zu hässliches Wort dafür.
In seinen Aussagen finden sich Perspektiven, die unbeabsichtigt Selbstmord-Warnungen sind (und über die Leser aus höflicher Distanz öffentlich schweigen). Ich wünsche ihm von Herzen, dass er hinauswächst über all das, was es so hart macht.

Was Reputation zählt

Der kontroverse und – in meinen Augen – oft famos bloggende Programmierer Michael O. Church über das Verhältnis von Begabung/Führungseigenschaften und Reputation in der modernen Berufswelt (ich habe etwas freier übersetzt):

„Begabung spielt im Arbeitsalltag keine Rolle, weil es erfolgreich aus der Gleichung herausgenommen wurde. Ein kluger Manager setzt nicht das Schicksal seiner Firma aufs Spiel in der Hoffnung auf die sporadische Verfügbarkeit hochtalentierter Mitarbeiter. Er versucht einen Weg zu finden, der die Pünktlichkeit der Züge garantiert, obwohl mittelmäßige Menschen sie lenken. Das ist eine verwirrende Erkenntnis für mich, aber meine Existenz in einem Arbeitsbüro bedeutet – aus der Perspektive eines auf Kostensenkung bedachten MBA – dass jemand Mist gebaut hat. Ein fähigerer Manager würde die teuren, streitlustigen hochtalentierten Leute mit sofort einsatzfähiger Mittelmäßigkeit ersetzen. (…) Unsere Gesellschaft mag begabte Führungskräfte wollen, aber sie braucht sie wirtschaftlich eigentlich nicht besonders. Und weil die Nachfrage nach Top-Talenten zusammengebrochen ist, wird der Ruf und seine soziale Manipulation immer wichtiger. (…) Wer sich früher auf seine Fähigkeiten verlassen konnte, muss heute auf seine Reputation zurückgreifen. Warum? Weil das Unternehmensmanagement, nach den selbst gesteckten Kriterien zumindest, funktioniert. Das System funktioniert auch mit mittelmäßigem Input bestens. Gut genug zu sein um über der Reputationsfalle zu stehen, ist viel schwieriger geworden. Früher oder später gibt es keinen Grad von Befähigung und Talent, der dich entkommen lässt. Das ist eine unheimliche Vorstellung.“

The Talent Crash

Was auch immer man von MCs Selbstbild und dem skizzierten Konzept von Begabung/Führungseigenschaft halten möchte: Niemand wird bestreiten, dass das (Online- und netzwerkende)Reputationsmanagement inzwischen zum wichtigsten Faktor auf der Meta-Ebene des Berufslebens geworden ist.

In einer zurechnungsfähigen Welt würde niemand wahrscheinlich freiwillig diese schwachsinnigen Business-Pseudo-Klugheiten auf LinkedIn posten, um dann dafür von irgendwelchen Netzwerkern ein Like zu kriegen. Oder sich auf einen dieser verklemmten Business-Mixer nach Feierabend schleppen, an die ich mich aus meiner Zeit in München und San Francisco noch ganz gut erinnere.

Aber jeder kennt natürlich jemanden, der fantastische Kenntnisse, Fähigkeiten und Eigenschaften hat, aber wegen fehlender Reputationspflege auf völlig unterfordernden Karriere-Pfaden oder sogar in der Sackgasse gelandet ist. Oder jemandem, dessen Reputation so blendend ist, dass er trotz wiederholtem Erreichen des Peter-Prinzips ganz gut in der Unternehmenswelt voran- oder zumindest rumkommt.

Wie MC richtig bemerkt, ist die Personalauswahl nach Reputation für viele Manager der logische, schmerzlose Weg. Allerdings leiden die Firmen dann oft unter dem bekannten Symptom: die Züge fahren pünktlich ab, aber sie fahren ins Nirgendwo.