in Notiz, Technologie

Datengewerkschaften

What if people were paid for their data?
We Must Not Treat Data As A Natural Resource

Ludwig Siegele vom Economist bringt die Idee einer Datengewerkschaft einem größeren Publikum nahe. Kurz gesagt: Ein Zusammenschluss von datenproduzierenden Bürgern, die in etwas ähnlichem wie Tarifrunden Preise für die Auswertung ihrer Daten ausverhandeln.

Die kanadische Jura-Professorin Lisa Austin (Link 2) versucht in ähnlichem Zusammenhang das Prinzip der Datengerechtigkeit einzuführen und so einen Rahmen zu entwickeln, der „Daten sind nach Einwilligung in die AGB frei auswertbar“ ablöst.

Wenn ich das alles richtig deute, ändert sich gerade etwas in unserer Vorstellung von „Daten“: Erst waren sie ein digitales Nebenprodukt, dann ein Rohstoff, und nun rücken Daten näher an etwas, das einen Besitzer hat, aber aggregiert auch dem Allgemeinwohl dienen soll. Und wie dieser Beitrag zum Allgemeinwohl (jenseits klarer Fälle wie Open Data) aussehen kann, wird jetzt langsam ausdiskutiert.

Die DSGVO trägt dieser Entwicklung in der Praxis noch nicht Rechnung, aber scheint mir immerhin zum fortgesetzten Nachdenken über das Wesen der Daten geführt zu haben.

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Kommentar

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  1. „Gewerkschaft“ ist zwar irgendwie ein seltsamer Begriff dafür, aber wir haben scheinbar einfach noch keine passenden. Schöne Idee ist es so oder so. Ich bin erstaunt, dass mit solchen Allgemeinwohl-Ideen immer zuerst Journies und Profs um die Ecke kommen … warum wohl denken die von uns zu dem Zweck gewählten demokratischen Repräsentanten sowas nicht als Erste, wo das doch ihre erste und vornehmste Aufgabe ist, für das Allgemeinwohl zu sorgen?

  2. Hmm, im speziellen Fall würde ich sagen, dass die Spezialisten in der Politik fehlen. Da geht es ja um mehr als Datenschutz, das ist wie so viele Probleme ein Querschnittsding. Da fehlt es unter Journalisten übrigens auch an Menschen mit Überblick.

  3. Lesenswert hierzu “ Auf die Barrikaden, ihr Datenbesitzer“von Uee Jean Heuser in DIE ZEIT (16.8.2018)……ich denke ebenso!