in Notiz, Typen

Donald Glover im New Yorker

Donald Glover can’t save you

Das Porträt im New Yorker über Donald Glover (Atlanta, Childish Gambino) ist fantastisch in unterschiedlichsten Nuancen, die es zeigt. Ich hatte vorher angenommen, dass er ein hyperaktives Multitalent ist. Das stimmt einerseits, aber DG erscheint auch entfremdet von allem. Als Künstler, weil Kunst nur Content ist und das Politische ins Sichtfeld bringen kann, nicht aber die Verhältnisse zum Explodieren (als schwarzer Künstler ist Erfolg sogar insofern oft kontraproduktiv, da die kulturelle Kraft des schwarzen Amerikas die reale Beziehung zwischen den ethnischen Gruppen verschleiert und auf einem weiß geprägten Betriebssystem funktionieren muss).

Donald Glovers Entfremdung ist aber auch eine andere: die einer unmöglichen Zwischenmenschlichkeit in dem Sinne, eine Verbindung zu jemandem herzustellen, wirklich die Barrieren abzuräumen und frei zu kommunizieren – und das Bewusstsein, dass solche Versuche, selbst wenn die andere Person alle Merkmale erfüllen würde, scheitern müssen, spätestens an der eigenen Reserviertheit. Multipliziere das mit der Tatsache, dass du als Star nie weißt, wer wirklich an dir als Mensch interessiert ist, und du hast die perfekte Isolation. Misanthropie ist ein viel zu hässliches Wort dafür.
In seinen Aussagen finden sich Perspektiven, die unbeabsichtigt Selbstmord-Warnungen sind (und über die Leser aus höflicher Distanz öffentlich schweigen). Ich wünsche ihm von Herzen, dass er hinauswächst über all das, was es so hart macht.

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