in Deutschland, Horizont, Notiz, Typen

Festival-Metamorphosen

Neulich fand ich in der London Review of Books diese Anzeige. Wilderness 2018, ein Literatur- und Zinefestival in Großbritannien, politisch, mit Live-Podcasts und ziemlich vielen guten Namen und klugen Leuten. Beim Googeln dann fand ich dann heraus, dass das einfach ein Track in einem „normalen“ Festival mit Bands ist.

Ein Blick auf die deutsche Festivalszene zeigt Ähnliches, zum Beispiel haben A Summer’s Tale oder das Open Flair Kultur jenseits von Bands, dazu Workshops und ein paar Lesungen im Programm, die Fusion ist schon lange für ihren praktischen Teil bekannt. Der Unterschied im Lineup ist aber der zwischen Wladimir Kaminer und Linus Volkmann auf der einen (Summer’s Tale) und David Runciman und Benedict Cumberbatch (Wilderness) auf der anderen Seite.

Nicht falsch verstehen, ich schätze beide Erstgenannte, aber sie sind nicht dezidiert politisch oder Stars. Womit wir bei der Dichte an Intellektuellen, politisch aktiven Künstlern und ernstzunehmenden Indie-Verlagen mit gesellschaftlicher Mission und Appeal über den Kulturbetrieb hinaus sind. Da sind die Briten wirklich fantastisch aufgestellt. Vermutlich hat das nicht nur mit Tradition, sondern auch mit der Klassengesellschaft zu tun. Aber verdammt, ich wünschte mir ein Biotop, das so etwas auch in Deutschland möglich macht (falls es so etwas schon gibt, bitte Hinweis in den Kommentaren hinterlassen…aber kommt mir nicht mit den Buchmessen, die sind toll, aber etwas anderes).

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