in Denken, Horizont, Notiz

Flache Welten

Looking for Life on a Flat Earth

Alan Burdick mit einer ausführlichen Reportage über US-Amerikaner, die nicht daran glauben, dass die Erde rund ist. Zwischendurch hatte ich das Gefühl, dass ihn alle verschaukeln wollen, aber sie meinen es offensichtlich ernst. Wie so oft ist Youtube ein Einstiegsportal, diverse Verschwörungstheorien sind auch Teil des Weltbilds, je nach individueller Vorliebe. Daneben gibt es eine Kreationisten-Tangente, die uns erfreulicherweise in Europa fehlt.

Über die neue Irrationalität unseres Zeitalters ist schon viel geschrieben worden, ich warte noch auf eine vereinheitlichende Theorie. Ist sie Teil einer als kritisches Denken getarnten De-Abstrahierung, also einer Ungläubigkeit gegenüber allem, was an überliefertem Wissen unserer persönlichen Erfahrung/unseren aus unserem Lifestyle (und Medienkonsum) abgeleiteten Überzeugungen widerspricht? Am Ende ein Zitat aus dem Stück:

„Die Logik einer flachen Erde hypnotisiert und macht gleichzeitig irre. Es gibt keine Schwerkraft, nichts um sie einzudämmen, aber als Theorie erklärt sie weniger Phänomene, als sie widerlegen möchte. Auf dem Korridor traf ich einen Dokumentarfilmer (es gab einige auf der Konferenz), der die Flache-Erde-Community seit Monaten begleitet hatte. Sein Gesicht trug Züge der Verzweiflung. ‚Wenn du alles als Hoax abtust, solltest du besser etwas Klares haben, um es zu ersetzen‘, sagte er, seine Stimme näherte sich dabei einem Hirnschlag. ‚Wenn du mir erzählst, dass dein Auto nicht blau ist und ich frage dich, ‚welche Farbe hat dein Auto?‘, sag mir nicht ‚ich weiß es nicht, aber es ist nicht blau.‘ Welche Farbe hat dein verdammtes Auto?'“

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