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Live by the API, die by the API

„Instagram hat ohne Vorwarnung viele der inoffiziellen Apps, die an die Plattform angedockt sind, kaputt gemacht. Am Wochenende überraschte es Entwickler mit einer massiven Reduzierung der erlaubten Anfragen an die Instagram-API, indem es das Limit von 5000 auf 200 Anfragen pro Stunde senkte. (…) Einige Entwickler gehen davon aus, dass die Änderung mit dem Versuch des Mutterkonzerns Facebook zu tun hat, nach der endlosen Reihe von Datenskandalen die Daten-Privatheit zu verbessern. (…) Dies könnte dazu führen, dass viele Entwickler dem Instagram-Ökosystem den Rücken kehren – nicht, dass die Firma besonders scharf auf einige dieser Programme war. Reports+ verlangt zum Beispiel 3,99 US-Dollar pro Monat, um Menschen Analytics über ihre Instagram-Follower zu liefern (…) Reports+ hat seit Oktober 2016 mehr als 18 Millionen US-Dollar über den App Store und Google Play umgesetzt, alleine im vergangenen Monat 1,2 Millionen.“

Instagram suddenly chokes off developers as Facebook chases privacy

Kleines Selbstzitat aus 2015:

„Die großen Identitätsanbieter sind proprietäre soziale Betriebssysteme, und sie folgen ihren eigenen, von Aktionärsansprüchen geprägten Regeln. Wer Software für Content-Silos baut, muss sich klar darüber sein: Sobald eine Nutzung oder eine Funktion das Geschäft eines Identitätsanbieters gefährdet, werden diese den Zugang abklemmen.“

Lebe auf der API, stirb auf der API. Ich kann mir aber vorstellen, dass wir in ein, zwei Jahren aus unterschiedlichsten Richtungen (Forschung, Regulierer, Firmen aus den angeschlossenen Ökosystemen) Rufe nach verpflichtenden API-Konzepten hören werden.

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Kommentar

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  1. Der Imperativ von „sterben“ ist immer noch „stirb“ 😉

    Sonst aber eine sehr passende Zusammenfassung. Wer sich auf geschlossene Systeme einläßt, sollte sich nicht wundern diese ihn irgendwann auch aussperren.