in Technologie

Mein #Smarterphone

Dirk hat mir ein Blogstöckchen zugeworfen, das fange ich natürlich auf… es geht um Smartphone-Nutzung.

Name: Johannes Kuhn
verbringt seinen Tag als… Journalist und US-Korrespondent @SZ

nutzt ein: iPhone SE

Wie würdest Du Dein Verhältnis zu Deinem Smartphone beschreiben?

Noch keines auf Augenhöhe. Mein Telefon ist unverzichtbar und hilft mir, aber ich würde mich gerne bewusster für die Nutzung entscheiden statt aus Langeweile- oder Verlegenheit. Ich glaube, dass Software dabei immer besser helfen kann (auch ohne Kontext-Überwachung), aber am Ende geht es um das Bewusstsein, warum ich bestimmten Reizen folge.

Welche App/Funktion nutzt du am häufigsten? (gerne in den Statistiken nachschauen oder aus dem Bauch schätzen)


Wetter (in Texas unverzichtbar), Spotify & diverse Radio-Apps, Browser, Pocketcasts, Pacer.

Welche App/Funktion magst/nutzt du gar nicht?


Ich habe alle Social-Media-Apps deinstalliert, sofern sie keine Messenger sind. Ich hole sie für einzelne Postings wieder zurück aus der Cloud und lösche sie danach. Die Erfahrung ist positiv. Das GPS schalte ich nur an, wenn es unbedingt nötig ist. Das gibt mir das Gefühl, meinen Datenabfluss zu verringern (hört sich wie „Strategien gegen Inkontinenz“ an und ist es im übertragenen Sinne auch).

Arbeit und Handy – wie regelst du das?


Ich kriege keine Arbeitsmails auf das Telefon, alles Zeitkritische läuft via Slack oder Telefon.

Welche Notification hast du eingeschaltet?

Die relevanten Messenger-Kanäle und diverse Push-Meldungen von Medien (aber nur zwischen 7 und 22:30 Uhr).

Warum?


Weil dadurch das meiste abgedeckt ist, was ich privat und beruflich an mich ranlassen möchte oder muss. Hilfreich: Ich lasse mir nur noch “Mitteilung” im Lockscreen anzeigen, keine Details. Dadurch habe ich die Wahl, ob ich wissen möchte, was sich dahinter verbirgt.

Hältst Du Dich an soziale Regeln bei der Smartphone-Nutzung? Wenn ja: Welche?

Mit Ausnahme des unauffälligen Uhrzeitblicks kein Smartphone beim Mittag- und Abendessen oder bei Gesprächen mit Freunden. Außer wenn eine Frage auftaucht, die alle Anwesenden ergoogelt haben wollen. Inzwischen halte ich das sogar durch, wenn der Gesprächspartner kurz nicht am Tisch ist.

Gibt es Regeln, die du wieder verworfen hast?

Ich wollte einmal einfach nacheinander alle Apps deinstallieren, die ich in Langeweilen-Momenten ritualisiert nutze. Das war unnötig.

Zum Abschluss: Was sollten mehr Menschen im Umgang mit Smartphones wissen?

Ich glaube, die Debatte über Smartphone-Sucht kann hilfreich sein, wenn sie wissenschaftlich geführt wird und nicht Folklore rationalisiert. “Wir sind alle Opfer oder krank” lädt zur Denkfaulheit ein, und eine Menge Menschen würden diese Diagnose ablehnen, glaube ich. Ich persönlich würde mir auch einen anderen Bezug wünschen: Der Umgang mit Reizen, Informationen und Gedanken ist keine Frage, die uns erst die Technologie gestellt hat. Sie beschäftigt uns schon immer und hat spirituelle und philosophische Komponenten; die Sehnsucht, unser Leben zu spüren und in der Gegenwart zu existieren.

Ich werfe dieses Stöckchen Ben, Alice Greschkow und Nico „Lost in Scrum“ Brünjes zu.

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