in Notiz, USA

Cocktails und Chauvinismus (Trump)

A Four-Star Dumpster Fire’: More on America’s Current Foreign Policy

James Fallows vom Atlantic muss keine Leserkonferenzen veranstalten, sondern hat schon seit Jahren eine Community aus schlauen Lesern aufgebaut, mit denen er öffentlich über seine Stücke und Notizen diskutiert.

In diesem Falle meldet sich u.a. ein Militärangehöriger mit seiner Theorie zu Wort. Er glaubt, dass drei Faktoren die außenpolitischen Entscheidungen der aktuellen US-Regierungen beeinflussen:

(1) Die Annahme, dass amerikanische Macht und Ressourcen unendlich sind (was nicht stimmt).
(2) Die Annahme, dass die USA als außergewöhnliche Nation (vgl. American Exceptionalism) tatsächlich alles fordern und bekommen kann, das sie will. Das alle Gegner alles aufgeben und dankbar dafür sein müssen, dass sie weiter existieren dürfen. (siehe: Chauvinismus)
(3) Die Annahme, dass militärische Macht alles löst und die einzige Art ist, Stärke zu zeigen – also eine Ignoranz gegenüber „Soft Power“.

Er folgert:

„Diese Annahmen sind zu einem gefährlichen Cocktail geworden, weil POTUS [Trump] glaubt, dass kurzfristige Siege langfristiges Scheitern wert sind; dass Außenpolitik einzig ein Bereich des Theaters ist; und dass, womöglich der größte Egoisimus dieser Perspektive, die Welt sich von Natur aus um die Launen der USA dreht, die sich dadurch abschotten kann, aber immer noch den Ton angibt.“

Der Militärangehörige ist am Ende optimistisch, dass sich die Fehler nach der Trump-Ära korrigieren lassen. Aber natürlich stellt sich die Frage, welchen Sinn dann die Erwartung von Spielräumen oder sogar Verhandlungen an sich machen (die Strategie, auf seine Eitelkeit zu setzen, ist ja trotz nur zufallsbasierter Erfolge die derzeit gängige).

Oder, um auf einen gerade viel geteilten Twitter-Thread mit vereinfachend-psychologisierender Note zu verweisen:

Seine Wähler wollten jemanden, der mit einem Schraubenschlüssel das System verkantet. Die Welt hat ihn bekommen.

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Kommentar

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  1. Dafür nicht (und: dito, an den „Warum bloggen?“-Eintrag von neulich denke ich noch häufiger).

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